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Köchin dagegen ſchweigend ſeine lange Erzählung mit ange⸗ hört. Sie mochte wohl das Wahre und Treffende in der⸗ ſelben fühlen, denn ſie ſtand ganz nachdenklich da. Endlich entgegnete ſie:„Ich werde mit der Gnädigen reden. Frei⸗ lich nicht ſo rund und glatt heraus, wie du mit mir gethan haſt. Das arme Mädel! Sie dauert mich wirklich. Und für die Nadeldiebin halte ich ſie auch nicht. Es iſt eine höchſt verdrießliche Geſchichte. Weißt du was? hier haſt du einen Silbergroſchen für deinen Weg. Den ſchenke ich dir aus meiner Taſche. Komme morgen wieder hierher. Vielleicht kann ich für das arme Mädchen ein gutes Wort bei meiner Herrſchaft einlegen.“
„Das ſollen Sie gar nicht“— erwiederte Ferdinand trotzig.„Die Guſte braucht auf Erden kein gutes Wort und keine gnädige Herrſchaft mehr. Mit der geht's zum Ende und das wollte ich blos geſagt haben. Weiter nichts. Leben ſie recht wohl und vergeſſen ſie nichts von dem, was ich ihnen aufgetragen habe.“
„Nun iſt's doch herunter von der Leber,“— ſprach Ferdinand, indem er fortging,—„was mich ſo lange ſchon gedrückt hat. Wenn man es mit dem vornehmen Volk nicht alſo macht, denkt es gar kein Werg am Rocken zu haben. Jetzt will ich viel ruhiger neben Guſtens Bette ſitzen und, ach, mit anſehen, wie ſie's ausmachen wird.“
Aber des Kindes gute und ſtarke Natur beſiegte die Macht der Krankheit mehr, als alle verſchluckten Arzneimittel.
Noch einmal ſchüttelte des hitzigen Fiebers Ingrimm die jugendliche Patientin heftig ab und wilde Phantaſien bemächtigten auf's Neue ſich ihres Geiſtes, in welchen ſie den


