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Daraus können Sie ermeſſen, wie es um Guſten ſteht, die nur noch in Haut und Knochen hängt und bereits zwiſchen Himmel und Erde in der Schwebe hängt. Ja, da liegt Guſte auf einer Stelle, wiewohl ſie immer aus dem Bette will und darin feſtgehalten werden muß, damit ſie nicht etwa in der Fieberhitze zum Dachfenſter hinausſpringe, oder ſich die fünf Treppen hinunterſtürze. Dabei ſchreit ſie un⸗ aufhörlich oder weint auch, daß ſie die Schmucknadel nicht genommen hätte, und ſchlägt ſich bald mit dem Herrn Oberſtlieutenant, bald mit Ihrer Gnädigen, bald mit den beiden Frölens, bald mit der garſtigen Polizei, bald mit ihren abgeſprungenen Waſchkunden, bald mit der alten Schietzel, bald mit Feuer und Kohlentöpfen herum, daß Einem graufig dabei zu Muthe wird. Zuweilen liegt ſie ruhig. Dann denkt ſie, daß ſie auf dem Friedhofe ſei und redet mit ihrer ſeligen Mutter, ſo lieb und mild, daß Einem quappelig um's Herze wird. Ein Geſichtchen hat ſie be⸗ kommen, ſo klein und ſchmal, wie mein Handteller. Und ihre Händchen, die ſonſt ſo roth und derb waren, find ſchloßweiß, ganz dünn und wie durchſichtig geworden. Blut könnte man weinen, wenn ſie ihre Hände andächtig in einander faltet und den lieben Gott ſo inbrünſtig anfleht, daß er ſie doch zu ihrer ſeligen Mutter in den Himmel führen und ſie den lieben Engelchen gleich machen wolle. Das Alles thut ſie, ohne daß ſie das Geringſte von ſich weiß. Und ihr alter Großvater ſitzt neben ihrem Bette und ſtreichelt mit ſeiner zitternden Knochenhand die glühen⸗ den, aber blutleeren Wangen ſeiner Enkelin, oder ſchiebt ihr das verworrene Haar aus dem Geſichte und weint dazu


