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Die drei Invaliden oder Die Sparbüchse / von Gustav Nieritz
Entstehung
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Nach dieſem eben beſchriebenen Vorfalle vergingen meh⸗ rere Wochen, welche in Auguſtens Lebensbuche als ausge⸗ ſtrichen angeſehen werden konnten, indem ſie dieſelben tödt⸗ lich erkrankt und meiſt ohne Bewußtſein verlebte. Um dieſe Zeit war es, daß Ferdinand Pommrich an die Küchenthüre des Oberſtlieutenants von Richthauſen pochte und von der öffnenden Köchin ein aufmerkſames Gehör ſich erbat. Neu⸗ gierig geſtand ihm jene die erbetene Vergünſtigung zu und Ferdinand begann folgendermaßen:

„Seien Sie doch ſo gut und ſagen es Ihrer gnädigen Herrſchaft wieder, was ich Ihnen jetzt erzähle. Das Mä⸗ del, Auguſte heißt ſie und ihr Vater iſt der Invalide Tho⸗ mas, dazu einbeinig wie mein Großvater, liegt auf den Tod krank. Daran aber iſt, wie der Armendoctor behauptet, nichts anderes ſchuld, als das Guſte hier eine theure Schmucknadel gemauſet haben ſoll. Ich ſelber, der ich doch ſonſt eine gute Natur habe und ſchon einmal halb in die Luft geſprengt worden bin, hätte eine ſolche Anſchuldigung nicht vertragen, ſondern mich ebenfalls unter die Erde ge⸗ härmt. Alſo, von dem Tage an, wo Guſte hier aus dem Hauſe gejagt, hierauf von der Polizei coujonirt, dann aus ihrer lieben Schule fortgefenſtert und endlich über der Rettung unſrer alten, geizigen Hauswirthin ohnmächtig wurde, iſt ſie auf keinen grünen Zweig wieder gekommen, ſondern auf das Krankenbette geworfen worden. Dort liegt ſie noch und zwar ohne Verſtand, den doch ich behielt, als ich zu einem Mohren verbrannt und blind geworden war. Zu mir kam damals der Armendoctor nur einmal, zu Guſten dagegen alle Tage, und das will gewiß viel ſagen!