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Die drei Invaliden oder Die Sparbüchse / von Gustav Nieritz
Entstehung
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104 Jugendfreund und Bekannten aufzuſuchen ging. War doch Ferdinand auch ſchon einmal ein ſchmerzlich Leidender, wie

wohl nur am Körper, geweſen und von Auguſten beſucht

und getröſtet worden! An die Wohnungsveränderung des vormaligen Kanoniers, von welcher in ihrer Gegenwart nur flüchtig die Rede geweſen war, dachte ſie in ihrem jetzigen Seelenzuſtande nicht.

Die Thüre zu Pommrichs Wohnung öffnete ſich nach wiederholtem Aufklinken nicht. Auguſte jedoch, mit dem ein⸗ fachen Mechanismus des alten Thürſchloſſes vertraut, wußte bald und mittelſt eines angewendeten Holzſpans das Hinder⸗ niß, welches ihr den Eintritt verwehrte, zu beſeitigen. Ein füßlicher, eigenthümlich riechender und wie flimmernder Luftſtrom drang dem Mädchen beim Eintritt in das niedere und finſtere Gemach entgegen.

„Iſt niemand da?“ fragte Auguſte, einige Schritte vor⸗ wärts thuend. Dann blieb ſie ſtehen, tief aufathmend in einer Atmoſhäre, welche wie verkörpert und berauſchend ihr vorkam. Nachdem ihre, vom Seelenſchmerz umflorten Augen ſuchend, im Stübchen umhergewandelt waren und an die hier herrſchende Dunkelheit ſich zu gewöhnen anfingen, er⸗ blickte ſie ein zuſammengekrümmtes, kleines, menſchliches Weſen, welches auf einem alten Stuhle mit einer hohen Lehne kauernd ſaß und das Haupt auf einen vor ihm ſtehen⸗ den Tiſch niedergebeugt hielt. Die Bekleidung dieſes Weſens war ſo wunderlicher Art, daß Auguſte im Zweifel blieb, ob ſie ein männliches oder weibliches vor ſich habe. Endlich vermuthete ſie, daß Ferdinand, ihre Perſon in der Ankom⸗ menden errathend, dieſe Vermummung und ſcheinbar ſchla⸗

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