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Die drei Invaliden oder Die Sparbüchse / von Gustav Nieritz
Entstehung
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Pommrich ſchüttete den Inhalt ſeines Lederbeutelchens aus und zählte auf. Darüber erſchien Guſte, welche um dieſe Stunde den Reiterunterofficier hier anzutreffen wußte, in dem Stalle und war hocherfreut ch Pommrich's An⸗ weſenheit zwei Fliegen mit einem e zu treffen, wie man ſagt. Die Kleine händigte jedem von ihnen ſein Wäſch⸗ bündel ein und verweigerte ſtandhaft die Annahme von Be⸗ zahlung dafür.

„Laſſen Sie mich fort“— bat ſie, indem ſie ihre Hände aus denen Pommrich's zu befreien ſuchte—„ich muß in meine Schule.“

„In welche Schule?“ fragte der Stelzfuß.

„Bei Herrn Purfürſt“— antwortete Guſte.

„Dort mußt du, ſoviel ich weiß, Schulgeld bezahlen?“ fuhr Pommrich fort.

„Ja, wöchentlich 3 Silbergroſchen“— verſetzte Guſte.

„Woher dieſe jetzt nehmen?“ ſprach Pommrich kopf⸗ ſchüttelnd.„Wenn dich Herr Purfürſt nicht unentgeltlich behält, ſo wirſt du dich in die Armenſchule verſetzen laſſen müſſen.“

„In die Armenſchule?“ wiederholte Auguſte beſtürzt und erbleichend. 6 „Ja!“ meinte Pommrich.—„Weshalb erſchrickſt du?

In der Armenſchule ſind auch liebe, wackere Kinder, wenn gleich ſie ſchlecht gekleidet und barfuß einhergehen müſſen.

Mein Ferdinand iſt auch Armenſchüler und lernt genug für ſeinen Stand.“

„In die Armenſchule!“ ſagte Auguſte abermals und machte ein Jammergeſicht.„Was wird mein Großvater—