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auf der Leine zum Trocknen aufgehängt erblickte, welche das Mädchen auf dem hölzernen Gange vor ihrer Wohnung aus⸗ geſpannt hatte. Die getrocknete Wäſche ſelbſt zu mangeln, fühlte ſich Guſte allerdings nicht ſtark und geſchickt genug, wiewohl ſie oft genug das Mangelrad gedreht hatte. Aber das Kind wußte ſich zu helfen. Es ging mit dem Wäſche⸗ bündel in die nächſte Mangelkammer', wo die dort beſchäf⸗ tigte Wäſcherin gern die Bitte der Kleinen erfüllte und ihr, während dieſe die Mangel drehte, die paar Stücken Wäſche aufdeckte. m
Freudig ſtolz, wie ein junger Handwerker, der ſein Probe⸗ und Meiſterſtück mit Ehren gefertigt hat, zeigte Guſte ihrem ſtaunenden Großvater ihre erſte Wäſche, ver⸗ nahm ſie ſchamhaft ihr Lob aus deſſen Munde und ging dann, ihre Arbeit den beiden Invaliden einzuhändigen.
„Aber, daß du ja keine Bezahlung dafür annimmſt oder gar forderſt!“ rief ihr Thomas nach, eine Mahnung, welche Guſtens Ehrgefühl nicht wenig kränkte.
„Werde ich mich für meine erſte Wäſche bezahlen laſſen!“ ſprach ſie zu ſich ſelbſt—„und das noch dazu von guten Leuten, welche meine ſelige Mutter mit allen Ehren haben begraben laſſen. Das mir ſo etwas der Großvater hat zutrauen können!“
Während Auguſte auf dem Wege war, ſaß Hauthal auf dem Futterkaſten in dem Pferdeſtalle, wo er das Reitpferd eines Aſſeſſors abzuwarten hatte. In ſeiner einen Hand hielt er ein beſchriebenes Papier, in welchem er aufmerkſam las und nachrechnete. Es war dieß die Rechnung über die Begräbnißkoſten der Frau Tiefenbach, welche ihm die Lei⸗


