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Guſte! wie werden wir denn fortan bei den paar Thalern Penſion und meiner Vogelbauerei beſtehen können? Ach, wie ſelten, daß ſich jetzt jemand einen Vogel hält! Sonſt war das anders. Da beſaß der Aermſte ein Mätzchen, das ihm bei der Arbeit vorſang oder ihm die Grillen vertrieb. In unſrer Zeit dagegen klimpert man entweder auf dem Pianoforte oder vertrinkt das Vogelfutter lieber in baieriſchem Biere, verpafft man es in Cigarren, werſpielt man es im Skat. Ob ich mich auf das Verfertigen von Mäuſe- und Rattenfallen lege, bevor es mit der Vogelbauerei ganz aus wird?“ Auguſte überhörte die letzte Frage, welche Thomas mehr an ſich ſelbſt gerichtet hatte. Dem Mädchen flog ein Ge⸗ danke durch den Kopf, den ſie alsbald auszuführen beſchloß und weshalb ſie das weitere Durchſuchen und Aufſchreiben des mütterlichen Nachlaſſes ausſetzte. Auguſte hatte es nicht wie viele andere Kinder gemacht, welche dann nur auf die mütterlichen Hände ſehen, wenn dieſe mit Eßmitteln oder Naſchwaaren verkehren. Vielmehr hatte ſie genau Acht ge⸗ geben, wie ihre Mutter bei dem Waſchen, Bleichen, Trocknen, Mangeln und Plätten der Wäſche verfuhr, und darum jener oft genug beiſtehen können. Kunſtgerecht weichte ſie erſt die Wäſche ein, ſeifte, brannte und wuſch ſie dieſelbe, wobei ſich das Kind bald die Haut von den Händen rieb. Aber es war kein übles Bild die hübſche Kleine am rauchenden Waſchfaß ſtehen und deren Hände in geſchäftiger Eile mit der naſſen Wäſche umgehen zu ſehen. Die erſte Freude zog ſeit dem Tode ihrer Mutter wieder in Guſtens Herze ein, als dieſe mit ſtiller Genugthuung die gewaſchenen Stücke


