Druckschrift 
Die drei Invaliden oder Die Sparbüchse / von Gustav Nieritz
Entstehung
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ſchnurrte unter Guſtens lautem Schluchzen in die finſtere Grabestiefe hinab und ſchon öffnete der Todtengräber ſeinen Mund zu dem gewöhnlichen Spruche:Nun wollen wir noch ein andächtiges Vaterunſer beten, als ihm Hauthal Stillſchweigen zuwinkte und dieſer den Erdhügel um das Grab erſtieg, wie es jeder Standredner zu thun pflegt.

Sie wollen doch nicht etwa eine Rede halten? raunte der Todtengräber abwehrend dem Einarm zu.Wiſſen Sie nicht, daß nur der Geiſtliche am Grabe ſprechen darf oder derjenige Laie, welcher ſeine Rede zuvor dem Herrn Superin⸗ tendent zur Prüfung vorgelegt hat?

Still, du krächzender Rabe! erwiderte Hauthal ent⸗ rüſtet.Wenn ich zu meinem Herrgott reden darf, wie mir's mein Herz gerade eingiebt, wie ſollt' ich da nicht vor dieſen Menſchenkindern ſprechen dürfen, welche die Worte eines alten Invaliden nicht auf die Goldwage legen werden? Ueberdieß bin ich kein Laie, ſondern ein Soldat, und das Militair kümmert ſich nicht um das Civil und deſſen Befehle. Schweig', oder ich laſſe dich durch meine Kameraden hier der Todten nachwerfen.

Der Todtengräber ſchwieg gezwungener Weiſe und

ſchüttelte mißbilligend ſein Haupt. Hauthal dagegen räus⸗ verte ſich und hob mit gewaltiger Stimme zu ſprechen an: Geehrte Anweſende! Ich erblicke ſo viele von Ihnen um dieſes Grab verſammelt, daß ich fragen muß, ob wir denn einen hohen Staatsmann, Miniſter, General, Ordens⸗ ritter, oder einen vornehmen und reichen Herrn, oder deſſen Frau, oder ein ſchönes Fräulein ſo eben beerdigt haben? O nein! Im Gegentheil! Es iſt nur eine arme, niedere

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