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13 nicht einmal ihre eigenen, kleinen Kinder auf dem Arme austragen, ſondern fahren ſie in einen theuer erkauften Wägelein mit ſich herum, geſchweige, daß ſie arbeiteten gleich deiner ſeligen Mutter. Wohinaus das noch ſoll, weiß unſer Herrgott. Du aber ſollſt deiner Mutter ähnlich werden und nicht den jetzigen Soldatenweibern. Dann wirſt du mit eben ſolchen Ehren in's Grab ſteigen können wie meine Jette hier. Haſt du mich verſtanden und willſt du das?“
„Ach ja, lieber Großvater!“ erwiderte Guſte ſchluch⸗ zend und küßte die kalten, mütterlichen Lippen und Hände, die über der Bruſt gefalteten, auf welche Guſte ein ſelbſt ge⸗ pflücktes und geflochtenes Blumenkränzchen gelegt hatte.
Jetzt unterbrach ein lauter, vielfacher Tritt, welcher die Holzſtufen herauftrabte und der Stube ſich näherte, die ein⸗ getretene Stille in der Todtenkammer. Durch die geöffnete Stubenthüre hereinſtampfte ein Stelzfuß und eine Kom⸗ mandoſtimme ertönte:
„Eins zwei! Eins zwei! Eins zwei! Halt! Zu zweien aufmarſchirt! Richt't euch! Augen grad' aus!“
Zwiſchen dem Tumult ſich aufſtellender Männer ver⸗ nahm man Säbel⸗ und Sporenklirren, und da der verwun⸗ derte Thomas mit ſeiner Enkelin die Stube betrat, fand er hier den Reiterunterofficier Hauthal vor einer Doppelreihe von Kriegern dreifacher Waffengattung, zwölf an der Zahl. Vier Mann Reiterei, eben ſo viel von der Infanterie und Artillerie, alle in ihrem beſten Schmuck und Glanze, harrten dem Befehle ihres Anführers, des einarmigen Hauthal, dem die innigſte Freude aus dem verwetterten Antlitz leuchtete.
„Guten Morgen, Kam'rad!“ grüßte er den betrübten


