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Die drei Invaliden oder Die Sparbüchse / von Gustav Nieritz
Entstehung
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Du haſt Recht, Pommrich! Ich beſitze weder Kind noch Kegel, für welche ich zu ſorgen hätte. Aber mit Scham geſtehe ich dir, daß meine Kaſſe ſtets ſo leer iſt, wie heutzu⸗ tage der Almoſenkaſten in einer Kirche. Zwei ganz kleine, aber unerſättliche Dinge ſind's, welche meine Einkünfte wie in einen Meeresſtrudel gerathen laſſen und verſchlingen! Sie heißen der Pfeifenkopf und die Flaſche! Rauchen und Trinken muß ich können, wenn ich nicht dieſes Leben ekelhaft finden will. Ich gebe zu, daß es nicht recht von mir iſt; aber die Angewöhnung! Nun, potz Sattel und Reitzeug! verzweifeln wollen wir deshalb nicht und die Todte ſoll eben ſo wenig darunter leiden dürfen, vielmehr nitzMen Ehren einer Soldatenfrau begraben werden. Oho! wenn auch keine Reichthümer, ſo doch Credit und gute Freunde befitze ich noch.

Das iſt brav von dir geſprochen und wie ich erwartet habe entgegnete der Kanonier.Wir aber wollen uns in die Geſchäfte und Gänge theilen, die das Begräbniß er⸗ fordern wird. Beruhigen wir vor allen Dingen unſern Thomas darüber..

Das geſchah denn, und der Stelzfuß Pommrich ging mit dem Einarm Hauthal endlich davon. Auf ihre Veran⸗ laſſung fanden ſich ſpäter die Leichenfrau und der Tiſchler ein, um ihr trauriges Amt zu verrichten.

Am dritten Tage lag Frau Tiefenbach aufgebahrt in dem Kämmerlein, in welchem, trotz der Anweſenheit der

Leiche, der Invalide nebſt ſeiner Enkelin noch immer die

Nächte zugebracht hatten.

Früh um 8 Uhr ſollte das Begräbniß ſtattfinden. Vor⸗