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Der Galeerensclave : eine geschichtliche Erzählung aus dem Anfange des 19. Jahrhunderts : für die Jugend / von Gustav Nieritz
Entstehung
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ring iſt noch die Anzahl derer, welche Augenzeugen von der franzöſiſchen Uebermacht unter Napoleon I. und der deutſchen Knechtſchaft waren. Zu jenen Wenigen gehört auch der all⸗ gemein und hochgeehrte Gouverneur der deutſchen Bundes⸗ feſtung zu Luxemburg, der General der Reiterei und Gene⸗ raladjutant des preußiſchen Königs, Heinrich vou Wedell. Es war an einem der erſten Novembertage des Jahres 1857, als der jetzt ſiebenzigjährige, doch noch rüſtige Gouverneur und General einen großen und glänzenden Kreis geladener Gäſte bei ſich ſah. Die Bruſt mit verdienten Ordensſternen bedeckt, trat der würdige Greis in die Ritte ſeiner Gäſte und hob mit freundlichem Lächeln an:

Man hat in dieſen Tagen meine Perſon zum Gegen⸗ ſtand öffentlicher Beſprechung in den Zeitungsblättern ge⸗ macht und zwar in Bezug auf meine Gefangenſchaft in dem Bagno zu Cherbourg. Allein man hat dabei ſo viel Unrich⸗ keiten und Wahrheitwidriges berichtet, daß ich es für meine Pflicht erachte, Sie, meine lieben Freunde und werthen Gäſte, mit den wirklichen Thatſachen meines allerdings ungewöhn⸗ lichen Lebenslaufes bekannt zu machen.

Nachdem der General in der Kürze ſein Schickſal erzählt hatte und bis zu ſeiner Erlöſung von der Kette gelangt war, fuhr er alſo fort:Meine, durch die hochzupreiſende Güte des Hafencommandanten verbeſſerte Lage währte bis zum Frühjahr 1812 ohne weitere Störung fort. Da überraſchte mich der liebe Hafencommandant mit der Freudenbotſchaft meiner Entlaſſung aus dem Bagno und der gänzlich wieder⸗ geſchenkten Freiheit. Wie tief wurde ich gerührt, als ich erfuhr, daß ich meine Erlöſung allein meinem heißgeliebten