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Der Galeerensclave : eine geschichtliche Erzählung aus dem Anfange des 19. Jahrhunderts : für die Jugend / von Gustav Nieritz
Entstehung
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Bedeau! Er gab mir beim Abſchiede 80 Franken in Golde und außerdem noch Empfehlungsbriefe an alle Bannio's⸗ Commandanten. Die 80 Franken habe ich noch und hebe ſie zum Reiſegeld auf, denn überall, wohin ich kam, fand ich freie Zehrung und barmherzige Menſchen. Endlich fanden wir, ich und Monſieur Bedeau, vor Weſel einen böſen fran⸗ zöſiſchen Hauptmann, der unſern gnädigen Herrn Leutnant von Wedell durchaus erſchoſſen wiſſen wollte, und mit wel⸗ chem ſich Monſieur Bedeau deshalb herumſchoß. Seitdem hatte jener böſe Hauptmann, Riquet mit Namen, das ſchlimme Amt übernommen, die zur Galeere verdammten Männer in das Bannio zu ſchaffen. Dabei ſoll er ſich immer abſcheu⸗ lich grauſam gegen die armen Gefangenen benommen haben. Endlich aber hat er, wie geſtern die Nachricht hier angelangt iſt, ſeinen Lohn erhalten, indem die Gefangenen unterwegs und ehe er ſich's verſehen hat, über ihn hergefallen ſind und ihm das Lebenslicht ausgeblaſen haben. Wie die Thaten, ſo der Lohn! Ich ſchließe hiermit meinen Brief, den ich mit dem Briefe auf die Poſt trage, welchen der Herr Leutnant Heinrich an ſeine Mutter abſchickt. Adieu, liebe Großmutter!

Adieu, Schweſter Dortchen! Ich bin mit Reſpect

Im Bagno(ſo wird Bannio geſchrieben) zu Cherbourg, am 1. November 1810. Ew. Hochedelgeboren

gehorſamſter Diener, Enkel und Bruder,

Wilhelm Mettler. Seit Ankunft dieſes Schreibens in Magdeburg ſind 47 Jahre verfloſſen, in welchen der merkwürdigſten und uner⸗ hörteſten Begebenheiten viele ſich zugetragen haben. Nur ge⸗