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Der Galeerensclave : eine geschichtliche Erzählung aus dem Anfange des 19. Jahrhunderts : für die Jugend / von Gustav Nieritz
Entstehung
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burg brachte und im Spittel curiren ließ. Damals kannten wir ihn nur als Herrn Heinrich und erſt vor Weſel erfuhren wir, daß er mit ſeinem richtigen Vaternamen von Wedell heißt. Auch er ſteckte in einer groben, rothen Jacke und in einer grünen Mütze, was Schlimmeres als eine rothe bedeu⸗ tet, und lag wie ein Hund an einer ſchweren Eiſenkette. Ich hätte ihn nicht wieder erkannt, wenn er nicht ſelbſt mich an⸗ geredet hätte. Als ich ihn nach meinem Vater befragte, ver⸗ ſicherte er mir ganz beſtimmt, daß Vater und Mutter in der Schlacht bei Jena geblieben ſeien, wie ſchon der einarmige Haaſe behauptet hatte. Ich muß es daher endlich doch glau⸗ ben, ich mag wollen oder nicht. Da alſo meine armen Aeltern ganz gewiß todt ſind, ſo habe ich mir zur Trauer ein ſchwar⸗ zes Florband um den linken Arm gebunden. Nach Hauſe komme ich aber noch nicht gleich, indem mich der gütige Herr Hafencommandant zu ſeinem Laufburſchen und Viecedolmet⸗ ſcher angenommen hat. Richtiger Dolmetſcher iſt nämlich der gnädige Herr Leutnant von Wedell geworden, der mir in ſeiner freien Zeit Schule hält und mich außerdem die ſchönſten Sachen von kleinen Seemuſcheln fertigen lehrt. Wenn ich es in meiner Kunſt weiter gebracht haben werde, ſollen Sie, beſte Großmutter, und Du, Dortchen, jede ein wunderhübſches Muſchelkäſtchen von mir geſchickt bekommen. Nun werden Sie und Du noch wiſſen wollen, was aus mei⸗ nem alten Herrn, Monſieur Bedeau, geworden iſt. Derſelbe iſt nach Spanien commandirt worden, wo die Franzoſen gleichfalls Krieg führen. Ich aber mochte nicht mit ihm ge⸗ hen, weil ich ja heilig verſprochen hatte, meinen Vater und meine Mutter in Frankreich aufzuſuchen. Der gute Monſieur