124 riges Schickſal erleichtern, ſo weit ſolches in meiner Macht ſteht.“
„Ich glaube Euch“— fuhr der Commandant fort, nach⸗ dem Heinrich von Wedell ſeinen wahrheitgetreuen Bericht beendet hatte—„und zum Beweiſe dafür laſſe ich Euch eigenmächtig die Kette ſammt dem Eiſenringe abnehmen, er⸗ nenne Euch zu meinem Dolmetſcher für die deutſchen Sträf⸗ linge und weiſe Euch außerdem eine paſſende Beſchäftigung in meinem Büreau an. Ihr gebt mir Euer Ehrenwort, kei⸗ nen Fluchtverſuch zu unternehmen, kein geheimes Einverſtänd⸗ niß mit den Sträflingen zu unterhalten, vielmehr das kleinſte Anzeichen einer von jenen angezettelten Verſchwörung zu meiner Kenntniß zu bringen. Dafür ſollt Ihr beſſere Koſt und Wohnung als bisher erhalten und von der ſteten Ge⸗ meinſchaft mit verworfenen Menſchen befreit ſein.“
Ach, wie gern Heinrich das Gelübde des Gehorſams ab⸗ legte! Wie feurig er dem wackern Commandanten dankte! Aber er würde ſeines unverhofften Glücks unwerth geweſen ſein, wenn er darüber ſeinen bisherigen Leidensgefährten Richter vergeſſen hätte.
„Gnädiger Herr“— ſprach Heinrich von Wedell bit⸗ tend—„mein Kamerad Richter hat nicht größere Schuld als ich, ja er iſt ſogar weniger ſtrafbar, da er nur Gemeiner im Schill'ſchen Corps war und von der Menge mit fortge⸗ riſſen wurde.“
„Eure Fürbitte ehrt Euch“— verſetzte der Hafencom⸗ mandant—„allein indem ich Euch die Kette abnehmen ließ, habe ich ſchon meine Befugniß überſchritten. Euerm Kame⸗ rad ſoll alle mögliche Erleichterung ſeiner Lage zu S


