„Verzeihen Sie mir, gnädiger Herr!“ ſprach er in ge⸗ läuſigem Franzöſiſch und unter einer Verbeugung,—„daß ich, überraſcht von der unvermutheten Erſcheinung dieſes Knaben, ohne Ihre eingeholte Erlaubniß mit demſelben und zwar deutſch geſprochen habe.“
Der Commandant mochte es unter ſeiner Würde halten, mit einem verächtlichen Galeerenſträfling zu ſprechen. Er wendete ſich daher an Wilhelm mit der Frage:„Haſt Du vielleicht in Nummer 727 Deinen Vater wieder aufgefunden? Sie ſcheint mir zwar dazu noch ſehr jung zu ſein.“
„Onein!“— verſetzte Wilhelm auf franzöſiſch—„Ach, wenn mein Vater ein ſo vornehmer Herr und Officier wäre, wie der gnädige Herr Leutnant hier iſt!“
„Gnädiger Herr? Leutnant? fragte der Commandant verwundert.„Was mag er Schweres verbrochen haben, daß ihn mein Kaiſer zur Galeere verurtheilt hat?“
Als Wilhelm den Mund öffnete, um auf dieſe Frage eine Antwort zu ertheilen, ſah er ſich von dem Eommandanten aus dem Saale in die nahe befindliche Wohnung eines Auf⸗ ſehers gezogen, die, wie die übrigen Beamtenwohnungen, in dem zu beiden Seiten des Saales hinlaufenden Anbau ſich befand und die ſtete Beobachtung der Sträflinge ermög⸗ lichte.
„Hier ſage,“— fuhr der Commandant fort—„was Du von Nummer 727 weißt.“
„Mein alter Herr, Monſieur Bedeau,“— erzählte Wil⸗ helm Mettler—„der mir den Empfehlungsbrief an Sie geſchrieben, hat mir heilig verſichert, daß der Herr Leutnant von Wedell, den Sie hier Nummer 727 rufen, weiter nichts


