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Der Galeerensclave : eine geschichtliche Erzählung aus dem Anfange des 19. Jahrhunderts : für die Jugend / von Gustav Nieritz
Entstehung
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Die Anweſenheit des mächtigen und gefürchteten Com⸗ mandanten bewirkte, daß die Sträflinge dieſe an ſie gerich⸗ teten Rufe zwar nicht mit ſpöttiſchen oder höhnenden Reden be⸗ antworteten, dagegen aber, mit Ausnahme Weniger, ihre wilden, verwetterten Geſichter zu fürchterlichen Grimaſſen verzerrten.

Immer angſtvoller und ſchmerzlicher erklang des Knaben Ruf, bis heiße Thränen ihn in ein lautes Schluchzen aus⸗ brechen ließen. Alſo ſchluchzend und ſeinen Ruf hundertfach wiederholend, gelangte der Knabe nebſt dem Commandanten bis zu Heinrich von Wedell. Dieſer, den Knaben ſofort wiedererkennend, brach in den verwunderten Ausruf aus: Wie, Wilhelm, Du hier? Ha, iſt vielleicht der wackere Bedeau gleichfalls in der Nähe?

Nein! verſetzte Wilhelm, erfreut, jemand Bekanntes un⸗ ter den tauſend fremden Geſichtern gefunden zu haben. Monſieur Bedeau iſt weit fort, hat müſſen nach Spanien marſchiren. Ich aber bin zurückgeblieben, weil ich meiner Großmutter verſprochen hatte, meinen Vater und meine Mut⸗ ter in Frankreich aufzuſuchen. Aber überall ſagte man mir, daß keine preußiſchen Kriegsgefangenen mehr vorhanden wären, ausgenommen ſolche, die ſich eines beſonderen Ver⸗ gehens ſchuldig gemacht hätten. Und dieſe müßte ich unter den Galeerenſelaven ſuchen. Deshalb hat mir Monſieur Bedeau, bevor er nach Spanien fortging, ein Schreiben auf⸗ geſetzt, in welchem er die Herren Befehlshaber über die Ga⸗ leerenſelaven bittet, ſich meiner anzunehmen und meine armen Aeltern mitſuchen zu helfen in den Bann Bann Ban⸗ nio's, wie das Ding hier heißt. Ich bin ſchon in den Bannios zu Toulon und Breſt geweſen, aber ohne meinen Vater ge⸗

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