getragen und im Bagno zugebracht, was er anfänglich nicht eine Woche hindurch auszuhalten geglaubt. An einem hei⸗ tern Herbſttage verfolgte Heinrich mit ungewöhnlich ſinnen⸗ den Blicken den Lauf der Sonne, welche über dem weiten Meere, über dem freien England, dem Untergange ſich zuneigte. Mächtiger denn je ſchwellte der Durſt nach Freiheit des Gefangenen Bruſt, beneidete er den Inſaſſen eines leichten Nachens, welcher mit einem kleinen Stück geblähten Segel⸗ tuchs durch die blauen Wogen ſchnitt und in die Ferne eilte. Seine Empfindungen vor dem treuen Gefährten verbergend, kehrte Heinrich nebſt demſelben in das Bagno zurück. Kaum daß ſämmtliche Sträflinge im Saale eingetroffen waren und ihre Nebenarbeiten zur Hand genommen hatten, ſo erſchien unvermuthet der Hafencommandant in Begleitung eines etwa elfiährigen Knaben in ſchlichter Kleidung. Auf den Peit⸗ ſchenknall der Aufſeher verſtummte der taufendfache Lärm, die lautloſeſte Stille trat an ſeine Stelle und von ihren Pritſchen aufſpringend, ordneten ſich die Sträflinge in eine rings um laufende Reihe.
Dieſelbe begann der Commandant langſam hinabzuſchrei⸗ ten, wobei der ihm zur Seite bleibende Knabe mit angſtvoll ſuchenden Blicken die wilden Geſichter der Galeerenſelaven muſterte.
Mit furchtſamer, faſt weinerlicher Stimme ſtieß nach kurzem Dahinſchreiten der Knabe die gegen die Sträfllinge gerichteten Worte hervor:„Vater! Vater! ich bin Dein Sohn Wilhelm Mettler! Wilhelm Mettler! Vater! biſt Du nicht hier? Hörſt Du mich nicht? Ach Gott, Vater, wo iſt
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denn meine Mutter? Vater! Vater!


