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Der Galeerensclave : eine geschichtliche Erzählung aus dem Anfange des 19. Jahrhunderts : für die Jugend / von Gustav Nieritz
Entstehung
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unſers Sprechen nicht die Peitſche zu koſten bekommen. Ach, wir werden noch viel, ſehr viel Zeit bekommen, uns gegenſei⸗ tig die Noth zu klagen! Nur noch eine Frage: was murmel⸗ teſt Du vorhin ſo anhaltend?

Ich betete das Vaterunſer! erwiederte der Gefangene.

Gute Nacht! ſprach Wedell erſchüttert und wendete ſich auf die andere Seite.

Noth lehrt beten, ſagt das Sprüchwort. Allein trotz aller ſeiner großen Noth hatte Heinrich von Wedell bisher noch nicht im Bagno gebetet. Jetzt trieb ihn hierzu die Freude und das Beiſpiel ſeines Kameraden. Er dankte da⸗ her Gott mit vieler Inbrunſt für die troſtvolle Zuſendung eines Landsmanns und gleichen Leidensgefährtens, den er anfänglich mit Widerwillen und Murren angeſehen hatte. Es war ihm, als ſei ihm plötzlich die Hälfte einer ſchweren. Laſt von den Schultern entnommen worden, daher er mit erleichtertem und frohem Herzen entſchlief.

Wie freudig und brüderlich das zuſammengekettete Paar am andern Morgen ſich begrüßte! Wie es ſich gegenſeitig ſeine Erlebniſſe, Erfahrungen, Klagen und Wünſche mit⸗ theilte! Heinrichs neuer Kamerad war nur der Sohn eines ſchlichten Landmanns und gemeiner Huſar geweſen. Dem⸗ ohnerachtet behandelte ihn der Officier und Edelmann von Wedell gleich einem leiblichen Bruder und das mit Recht. Denn wie im Tod, ſo hört auch im Bagno aller Unterſchied, welchen Geburt, Amt und Reichthum im öffentlichen Leben hervorbringen, auf. In brüderlicher Liebe vereint, arbei⸗ tete, duldete, litt, hoffte das deutſche Paar und ſeine muſter⸗ hafte Aufführung erwarb ihm die Zufriedenheit und Gunſt

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