„
den ſchmerzlichen Ausruf that: Mutter wüßte!“
Dieſe deutſch geſprochenen Worte, die erſten im Bagno vernommenen, glichen einem erquickenden Thau, welcher auf eine dürre, verſchmachtete Flur herniederträufelt. Sie wa⸗ ren den Ohren des lauſchenden Heinrichs die lieblichſte Mu⸗ ſik, die ſie jemals vernommen. Seine Hand ſuchte die ſeines Gefährten und mit leiſer, doch freudig bewegter Stimme fragte er:„Du biſt ein Deutſcher, mein armer Kamerad?“
„Ja!“ lautete die haſtige Antwort.
„Was für ein Landsmann?“
ci Preuße!“
„Hat ein Unglück oder ein ſ Verbrechen Dich zierhetgeführt⸗
„Ich habe weiter nichts begangen, als daß ich in dem Schill'ſchen Corps diente.“
„O mein Gott!“ unterbrach ihn Heinrich in ſeiner Freude—„Kamerad! doppelter Leidensgefährte! Sei mir willkommen, den unſer Herrgott mir zum Troſte ſendet. Auch ich diente unter Schill und wurde, tödtlich verwundet, bei Dodendorf gefangen genommen.“
„Und ich in Stralſund, wo Schill an meiner Seite fech⸗ tend fiel. Da ich ihn nicht aus den Feinden herauszuhauen
„Ach Gott, wenn das meine
vermochte, ſo rächte ich wenigſtens ſeinen Tod durch Nieder⸗ metzeln etlicher unſerer Feinde. Darin beſtand mein Ver⸗
brechen, weshalb ich nach längerem Umherſchleppen hierher gebracht wurde.“
„Mein lieber Schickſalsbruder—“ ſprach Heinrich mit gerlictet—„laß uns jetzt ſchweigen, damit wir wegen


