Zwölftes Kapitel. Landsleute.
Heinrich von Wedell hatte der Ein- und Anſchmiedung ſeines neuen Kameraden mit ſtummen, finſtern Mienen bei⸗ gewohnt. Es war derſelbe ein junger, kräftiger Mann mit lichtblauen Augen und blondem Haupthaar. Während die Schmiedegeſellen ihr Werk vollbrachten, gab er keinen Laut von ſich, ſo groß ſchien ſeine Beſtürzung über das, was man mit ihm vornahm, zu ſein. In ſich gekehrt, warf er nur zu⸗ weilen einen ſcheuen, erſchrockenen Blick auf ſeine Umgebung, und als ihm bei ſeinem Eintritt in den Saal das betäubende Kettengeraſſel, ſo wie der laute, wüſte Lärm zahlloſer Stim⸗ men empfing, ſchauerte er zuſammen und erbleichte. Immer noch ſtumm verzehrte er wenige Biſſen ſeines Abendbrotes, dagegen trank er deſto begieriger ſeine ganze Waſſerportion hinab. Nach dem Schlafengehen vernahm Heinrich ein lei⸗ ſes, unverſtändliches Murmeln, das die Lippen ſeines Ge⸗ fährten von ſich gaben und ein Gebet zu ſein ſchienen. Nach deſſen Beendigung begann der Galeerenſträfling immer häu⸗ figer zu ſeufzen und zuletzt gar leiſe zu ſchluchzen, was dem lauſchenden Heinrich das Herz bewegte. Wie aber ward demſelben erſt, als jener mit ſchwacher, zitternder Stimme
Der Galeerenſclave. 8
*.


