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Der Galeerensclave : eine geschichtliche Erzählung aus dem Anfange des 19. Jahrhunderts : für die Jugend / von Gustav Nieritz
Entstehung
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Den Galeerenſträflingen wurde die Verſenkung ihrer getödteten Kameraden in's Meer, ſo wie die Fortſchaffung der Verwundeten in's Hospital übertragen. Zu dem letz⸗ teren Geſchäft verwendete man auch Heinrich von Wedell, der bei dieſer Gelegenheit ſeinen vormaligen Kameraden Nr. 1002 wiederſah. Derſelbe befand ſich auf dem Wege der Geneſung, ſaß aufrecht auf ſeiner Lagerſtätte und beſchäftigte ſich mit ſeinen Muſchelarbeiten. Aber noch immer trug er Eiſenring und Kette, mit welcher er an ſeiner Bettſtelle be⸗ feſtigt war. Seinen Kameraden erkennend, nickte er dem⸗ ſelben ernſthaft zu, ohne jedoch ein Dankeswort oder einen andern Laut hören zu laſſen. Die im Hospital befindlichen Galeerenſelaven wurden von ältlichen, ſchlicht und ſchwarz⸗ kleideten Frauen, barmherzige Schweſtern genannt, bedient und gepflegt.

Nach Verlauf von ſechs Tagen war man der vier ent⸗ ſprungenen Sträflinge wieder habhaft geworden. Als ſie Heinrich von Wedell in den Saal zurückführen ſah, fühlte er ſich getröſtet, daß er ſich zu flüchten verabſäumt hatte, indem die wieder erlangten Sträflinge ein abſchreckendes Bild des tiefſten Elends und Jammers darboten. Zwei von ihnen waren entſetzlich aufgeſchwollen und faſt nicht mehr zu erken⸗ nen, während die beiden anderen zu Gerippen abgezehrt wa⸗ ren und dem Sterben nahe zu ſein ſchienen. Die beiden erſten hatte man in einer unterirdiſchen Schleuſe voll übel⸗ riechenden Unflaths aufgefunden, wo ſie ohne andere Nah⸗ rung, als welche ihnen der Abzugskanal darbot, vier Tage und ebenſo viele Rächte in kauernder Stellung zugebracht hatten. Die zwei letzteren hatten ihre Zuflucht in dem un⸗