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Der Galeerensclave : eine geschichtliche Erzählung aus dem Anfange des 19. Jahrhunderts : für die Jugend / von Gustav Nieritz
Entstehung
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110 jetzt als ruhige Zuhörer bei der heiligen Meſſe bewieſen, wenn ſie dadurch das Verbot des Tabaksgenuſſes hätten zurückkau⸗ fen können! Aber wie der ſündige Menſch nicht immer ſeine Verſündigung wieder gut oder gar ungeſchehen zu machen vermag, ſo auch hier. Die gottes dienſtlichen Ver⸗ ſammlungen unterblieben von nun an und zwar aus dem Grunde, weil jene doch nur aus lauter Heuchlern beſtanden haben würden, die dem wahrhaftigen Gott ein Gräuel ſind.

Die Galeerenſclaven wurden zunächſt überzählt und die Todten ſowie die Verwundeten in Abrechnung gebracht. Da

fand ſich's, daß noch vier Sträflinge fehlten, welche weder

todt, noch verwundet, noch geſund vorhanden waren, folglich ihre Flucht in dem allgemeinen Tumult bewerkſtelligt haben mochten.

Sobald man dieſe Gewißheit erlangt hatte, donnerten die Kanonen von Neuem von den Kaſtellen des Hafens herab und verkündeten der Stadt und deren Umgebung das Ent⸗ kommen ſolcher gefährlicher Verbrecher, als die Galeerenſcla⸗ ven für den ehrlichen und betriebſamen Bewohner ſind. So⸗ fort machte ſich Jedermann auf, nicht ſowol um die auf Ergreifung eines Galeerenſclaven ausgeſetzte Belohnung zu verdienen, als vielmehr das Land von einem Ungeheuer zu befreien, das der ruchloſeſten Schandthaten fähig iſt.

Heinrichs Gemüthsſtimmung war jetzt wohl eben ſo trüb als die ſeiner Mitgefangenen, welche den Muth ſammt ihren Köpfen hängen ließen und über den entzogenen Tabak trauer⸗ ten. Heinrich bereute nämlich tief, das er nicht auch die günſtige Gelegenheit zur Flucht benutzt hatte, wie die ent⸗ kommenen vier Sträflinge, nach denen man vergeblich ſuchte.