107 einzudringen, welche eiligſt die Flucht ergriffen. Ihnen nach ſtürmten die Sträflinge. Im Hofe des Bagno angelangt, bemächtigte ſich ein Haufe von ihnen der Schmiedewerkſtatt, um mit den daſelbſt vorhandenen Werkzengen ſeine Ketten zu zerſprengen. Die Anderen bewaffneten ſich mit den erſten beſten, ihnen in die Hände fallenden Gegenſtänden und war⸗ fen ſich auf Alle, welche ſie für ihre Feinde anſahen. Unter fortwährendem Gebrüll rückten die Maſſen der Rothjacken
vor das Commandantenhaus, um deſſen Bewohner und be⸗
ſonders dem Commandanten ſelbſt, als dem Urheber des Tabakverbots, den Garaus zu machen.
Die Töne der geläuteten Sturmglocke, ſowie das Angſt⸗ geſchrei, welches die Frauen und Kinder in dem Rücken ihrer Männer und Väter ausſtießen, verhallten in dem furchtba⸗ ren Tumult, den das donnernde Schlagen der Meuterer ge⸗ gen die ſtark verſchloſſene Pforte des Commandantenhauſes noch verſtärkte. Schon naheten Galeerenſträflinge mit er⸗ beuteten Leitern, um ſie, da die Fenſter des Erdgeſchoſſes durch eiſerne Gitter geſchützt waren, an das Gebäude anzu⸗ legen, da erſchien an einem Fenſter des erſten Stockwerks der Commandant, um Ruhe zu gebieten und zugleich auf die ſchußfertig aus allen übrigen Fenſtern angelegten Musketen hinzuweiſen. Einige gewichtige, nach ſeinem Haupte geziel⸗ ten Steinwürfe jedoch zwangen den Commandanten zu einem ſchnellen Rückzuge. In dem nächſten Augenblicke blitzte es aus allen Fenſtern auf und unter dem nachfolgenden Donner trafen die pfeifenden Todesboten ihr ſicheres Ziel. Mancher unter den raſenden Meuterern ſank leblos oder röchelnd zu Boden; Andere fühlten ſich verwundet und wehrlos gemacht.


