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Warnung für die Gefangenen hatte offen ſtehen laſſen. Hier erduldete nämlich Nr. 896 die über ſie verhangene Einzelhaft, die an Schrecklichkeit die Lage der übrigen Galeerenſträflinge noch weit übertraf. Schon die gänzliche Trennung von aller menſchlichen Geſellſchaft bringt ſehr oft Wahnſinn hervor. Hierzu geſellte ſich aber noch im Bagno die Beſchaffenheit des Einzelgefängniſſes, welches eher einem in Stein gehaue⸗ nen Grabe glich, das nichts als eine hölzerne Pritſche ohne Matratze und ein unverglaſtes Fenſter enthielt, durch welches Regen, Sturm, Schneegeſtöber und Kälte freien Zugang zum Gefangenen hatten. Wie eifenfeſt muß ein Menſchen⸗ körper ſein, der einen ſolchen Zuſtand 60 Tage bis zu einem vollen Jahre auszuhalten vermag!
Indem Heinrich das Loos der Nr. 896 mit dem ſeinen verglich, fühlte er daſſelbe weniger beklagenswerth. So weiß der Weiſe ſelbſt aus Gift etwas Gutes für ſich zu ge⸗ winnen!
Etwas getröſteter verrichtete Heinrich heute ſeine einför⸗ mige Arbeit des Steinbohrens und ermuthigter blickte er anf das Meer hinaus, als erwarte er von demſelben eine Freiſtatt oder Zuflucht.
An einem einzigen Tage in jedem Monate durften die Angehörigen der Galeerenſelaven dieſelben im Bagno beſu⸗ chen. Dieſer Tag kam jetzt und verſetzte diejenigen unter den Sträflingen, welche einen ſolchen Beſuch zu hoffen hatten, in eine freudige Aufregung, die beſonders dadurch geſteigert wurde, daß die Beſuchenden ſelten ohne kleine oder größere Geſchenke an Obſt, Tabak und neuen Stoffen zu den Neben⸗ beſchäftigungen der Gefangenen ſich einfanden..


