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eines Verbrechens zuzuſehen, ſelbſt wenn daſſelbe an einem großen Sünder begangen wird. Daher ſtieß Heinrich in dem nächſten Augenblicke die über ſeinen Gefährten hinweg⸗ gebeugte Nr. 896 mit einem ſo heftigen als unerwarteten Ruck zurück, da die zu einer erwürgenden Schlinge verbunde⸗ nen Hände ſich löſeten. Zugleich rief Heinrich mit lauter Stimme nach den Aufſehern um Hülfe. Und dieſe wurde ihm ſelbſt um ſo nöthiger, als Nr. 896, ſchäumend vor Wuth über ſeine verhinderte Unthat, wie ein wilder Tiger über ſeinen neuen Feind herfiel. Noch rechtzeitig wurde der ſchwächere Heinrich durch die herbeigeeilten Aufſeher von ſeinem weit überlegenen Gegner befreit.
Der eben beſchriebene Vorfall ſchien kein ſeltener zu ſein, daher die Aufſeher, nach kurzem Ausfragen Heinrichs, raſch die weiteren Maaßregeln ausführten. Zunächſt wurde Nr. 896 von ſeinem angeketteten Kameraden losgeſchmiedet und in Einzelhaft abgeführt. Hierauf unterſuchte der her⸗ beigeholte Wundarzt den Zuſtand der Nr. 1002, an deren Halſe die blauen Eindrücke der würgenden Finger und Nägel ſichtbar waren, und da jener ſchlimm genug befunden wurde, ſo erfolgte gleichfalls die Trennung der Nr. 1002 von un⸗ ſerm Heinrich und deren Beförderung in's Hospital.
Das erſte Freudengefühl, ſeitdem Heinrich im Bagno ſich befand, belebte ſein Herz, als er ſich von zwei ſchlimmen Nachbarn erlöſet ſah und er mit dem Bewußtſein, recht ge⸗ than zu haben, ſich wieder zur Ruhe niederlegte. Als er vollends auf ſeine Bitte von ſeinem Aufſeher die Erlaubniß zugeſtanden bekam, für dieſe Nacht mit der zurückgelaſſenen Matratze der Nr. 1002 ſich beſſer gegen die Kälte verwahren


