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Der Galeerensclave : eine geschichtliche Erzählung aus dem Anfange des 19. Jahrhunderts : für die Jugend / von Gustav Nieritz
Entstehung
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Wenn ich ſprach er in ſeinen Gedankenlange unter dieſen gottesläſterlichen Verbrechern ausdauern muß, ſo kann es zuletzt nicht anders kommen, als daß ich eben ſo verderbt werde wie ſie. Wäre es da nicht weit beſſer, daß ich das Heil meiner unſterblichen Seele ſelbſt auf Koſten meines irdiſchen Leibes und Lebens rettete, und mir daher es als Sünde anzurechnen, wenn ich ein Schaudern überlief Heinrichs Körperzum abſichtlichen Selbſtmörder würde, oder kein Mittel unverſucht ließe, durch die Flucht mich die⸗ ſem Sündenſtrudel zu entziehen? Aber wie wäre bei der ſtrengen Aufſicht und ohne daß mein Mitgefangener darum wüßte, die Flucht zu ermöglichen?

Heinrich ging nun in ſeinen Gedanken alle Mittel durch, welche ihn aus dem Bagno befreien könnten. Darüber ver⸗ gingen die Stunden und Mitternacht war herbeigekommen, als Heinrich durch ein dumpfes Gurgeln und Röcheln, ſo wie durch ein ungewöhnlich haſtiges Bewegen ſeines Kameraden, der Nr. 1002, in ſeinem Nachdenken geſtört wurde. Die Augen öffnend und ſolche ſeinem Nachbar zuwendend, erblickte Heinrich mit Entſetzen, daß die mit der Garcette gezüchtigte Nr. 896, welche ſeitdem ihren Ankläger durch ſcheinbare Ruhe ſicher zu machen geſucht hatte, deſſen Hals mit beiden Händen, wie mit einem Eiſenringe, umſpannt hielt, um Nr. 1002 zu erdroſſeln. Das würde ihr gewiß auch gelungen ſein, weil Nr. 1002, im tiefſten Schlafe überfallen und ſchon dem Erſticken nahe, nur noch die letzten, ſchwächer werden⸗ denden Anſtrengungen machte, von ſeinem Feinde ſich zu befreien.

Der beſſere Menſch vermag nicht unthäthig der Ausübung