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reihe vom Ufer über die Holzbrücke nach dem Verdeck des Schiffs, wo ſie nach und nach in der hinabführenden Lucke verſchwand. Das unaufhörlich einſchlingernde Seewaſſer er⸗ füllte das Innere des großen Schiffs mit einem faulen, durch⸗ dringenden Geruche. Dennoch diente es einer Anzahl von Galeerenſelaven zum Wohnhauſe, und Heinrich von Wedell hatte demnach von Glück noch zu ſagen, daß er ſich nicht unter jener Zahl befand. Das erſte Unterdeck war zu einem einzigen, weiten, aber niedrigen Saale umgewandelt und für die Sträflinge zur Kirche beſtimmt worden. Daher befand ſich in der Saalmitte ein einfach errichteter Altar mit den üblichen Beigaben, unter welchen das Bild des gekreuzigten Erlöſers— ein Eruciſix— den Hauptbeſtandtheil ausmachte. Auf der oberſten Altarſtufe erwartete ein alter, ehrwürdiger Prieſter in ſeiner geiſtlichen Amtstracht die herannahenden Sträflinge, welche ſich in einiger Entfernung vom Altar aufſtellten und ein reich belebtes Menſchenviereck bildeten. Obgleich Heinrich von Wedell Proteſtant war, ſo wirkte dennoch der Anblick des Prieſtergreiſes im Silberhaar und Silberbarte beſänftigend auf ſein von ſtiller Verzweiflung zerriſſenes Gemüth, gleichwie ausgegoſſenes Oel auf ein ſturmbewegtes Meer. Er erkannte in dem Prieſter einen Steuermann, der Heinrichs zwiſchen gefahrdrohenden Klippen, Untiefen und wild ſchäumender Brandung umherſchwanken⸗ des Lebensſchifflein dem ſichern Hafen— dem Himmel— zuführen könne und wolle. Darum richtete er ſeine ganze Aufmerkſamkeit auf den Diener Gottes und lauſchte deſſen Worten mit eben ſolcher Begier, als ein Verdurſtender nach
einem erquickenden Trunke verlangt. So wie aber der ehr⸗ 7*


