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5 Rücken entblößt. Bevor ein Galeerenſelave zur Execution ſchritt, wurde das Vergehen des Sünders, ſowie deſſen Straf⸗ urtheil, in 20 Hieben beſtehend, laut verleſen. Hierauf
ſchwang der Hiebaustheiler die Garrette, wie man einen dicken, getheerten Strick benannte, und ließ ſie, fühlbar ge⸗ nug, auf den Rücken des Verurtheilten niederklatſchen.
Billig bleibt der Leſer mit der Beſchreibung von der furchtbaren Wirkung verſchont, welche die Garcette auf den nackten Körper des Sträflings hervorbrachte. Dieſer nahm die ſchmerzvollen Hiebe hin, ohne mit ſeinen blutig gebiſſenen Lippen einen Schmerzenslaut hervorzuſtoßen. Deſto gräß⸗ licher klang das nagende und kratzende Geräuſch, welches die in das Bret ſich eingrabenden Fingernägel des Gefolterten hören ließen. Als derſelbe, nach Erduldung ſeiner Strafe, ſich von dem Brete erhob, ſah ſein Antlitz todtenbleich aus. Um ſo unheimlicher erſchienen die tief in ihre Höhlen ſich zurückgezogenen Augen, welche Blicke voll des giftigſten, brennendſten Haſſes auf den Hiebaustheiler und Nummer 1002 abſchoſſen. Jener vergalt ſolche durch ein ſchadenfroh
triumphirendes Lächeln, mit welchem er auch durch die, ihm mit ſichtlichem Abſcheu ausweichenden Reihen ſeiner Kame⸗ raden davonſchritt. Der die Garcette ſchwingende Galeeren⸗ ſträfling erhält von ſeinen Kameraden den Schimpfnamen „Henker“ und rächt ſich für die ihm allgemein bewieſene Verachtung durch deſto grimmigeres Zuſchlagen.
Was Heinrich von Wedell heute wieder geſehen, gehört und erfahren hatte, machte ihm den Aufenthalt im Bagno, ſo wie ſein Leben immer unerträglicher. Brünſtiger als je flehte er zu Gott um Erlöſung aus ſeiner großen Noth durch


