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Der Galeerensclave : eine geschichtliche Erzählung aus dem Anfange des 19. Jahrhunderts : für die Jugend / von Gustav Nieritz
Entstehung
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Einer von den Aufſehern entfernte ſich und kehrte bald mit einem Blechlöffel zurück, in welchem ein mit Waſſer ein⸗ gerührtes Brechpulver enthalten war. Da man im Voraus auf den Widerſtand des Diebes rechnen konnte, ſo mußten ſich einige von den Sträflingen über ihren Kameraden her⸗ werfen und demſelben die Arme und Beine feſthalten, ſo daß er ſich nicht rühren konnte. Aber Nummer 896 biß die Lip⸗ pen, wie die Zähne, feſt zuſammen und weigerte ſich hart⸗ näckig, den Mund zu öffnen und das vorgehaltene Brechmittel zu verſchlingen. Jedoch auch dafür wußte man Rath. Ein Sträfling preßte dem Widerſtrebenden die Naſenflügel ſo feſt mit ſeinen Fingern zuſammen, daß er keine Luft einzu⸗ athmen vermochte. Lange genug hielt Nummer 896 dieſe Marter aus. Ihr Antlitz ward immer röther und zuletzt bläulich; die Augen quollen hervor und alle Muskeln zuckten krampfhaft. Endlich vermochte der ſtarke Wille nicht länger gegen das Bedürfniß der Natur zu ſtreiten. Der Mund des Gemarterten öffnete ſich zu einem tiefen Athemzuge und in demſelben Augenblick goß auch der Löffel ſeinen Inhalt aus und in die Kehle hinab, bevor der Mund Zeit bekam, die Arznei wieder von ſich zu geben. Laut keuchend und ſeinen Peinigern wüthende Blicke zuwerfend, verharrte der Sträf⸗ ling, dem man jetzt noch Arme und Füße feſt zuſammenband und ihn in dieſer Lage der Wirkung des Brechmittels ent⸗ gegenharren ließ. Dieſe erfolgte nach Verlauf einer halben Stunde und das dabei hinweggebrochene Geldſtück überführte den diebiſchen Lügner von ſeiner Schuld. Dieſer ging ſo⸗ gleich ſeiner Beſtrafung entgegen. In Gegenwart der ſämmt⸗ lichen Sträflinge wurde er auf ein Bret gelegt und ſein