und deckten ihre frierenden Leiber mit der dünnen, ſchmalen Matratze zu— Alles in täglich ſich wiederholender Weiſe — und Heinrich von Wedell hatte den zweiten Tag als Ga⸗ leerenſelave im Bagno verlebt!
Zehntes Kapitel. Eine Woche im Bagnv.
Als die Peitſche am dritten Morgen die Sträflinge von ihrem harten, kalten Lager aufjagte und Heinrich von We⸗ dell noch halb betäubt von einem unerguicklichen, ſpät erſt auf ihn herabgekommenen Schlafe war, rief ſein Gefährte, Nummer 1002, mit haſtiger, wuthathmender Stimme aus: „Man hat mich beſtohlen! Der halbe Frank, den ich bei mir trug, iſt weg, iſt geraubt worden! Mit zitternden Hän⸗ den durchſuchte er ſeine Kleidung auf's Neue.„Er iſt fort!“ ſchrie er abermals—„und Du,“ zu ſeinem andern, nächſten Nachbar ſich wendend—„haſt mir ihn geſtohlen! Du und kein Andrer!“
„Oho!“ verſetzte jener grob—„hüte Dich, Kamerad!“ ſonſt dürfte ich Dir Deine falſche Beſchuldigung mit fühl⸗ barer Münze zurückzahlen.“ Dabei erhob er drohend ſeine geballte Eiſenfauſt.„Suche beſſer in Deiner Nähe Deinen Gelddieb. Haſt Du nicht einen neuen Gefährten bekom⸗ men, der noch keine Bekanntſchaft mit der Garcette ge⸗ macht hat?“


