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Der Galeerensclave : eine geschichtliche Erzählung aus dem Anfange des 19. Jahrhunderts : für die Jugend / von Gustav Nieritz
Entstehung
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von Seemuſcheln die Langeweile und den Froſt von ſich zu ſcheuchen.

Als Nummer 1002 ſolches bemerkte, ſprach ſie hämiſch zu Heinrich:Du willſt doch nicht etwa in meine Kunſt pfuſchen und mir meinen ohnehin kleinen Verdienſt noch ſchmälern? Dann hätteſt Du Deine gute Zeit hinter Dir gehabt.

Da, wie ſchon geſagt, Wedell ſich ſtellte, als verſtehe er das Franzöſiſch nicht, ſo blieb er ſeinem Kameraden die Ant⸗ wort ſchuldig. Zu ſich ſelbſt aber ſprach er:Gute Zeit! hinter mir gehabt! Ach, Gott, wenn meine jetzige Zeit eine gute noch heißt, wie mag erſt da die böſe beſchaffen ſein, welche mein Gefährte meint?!

Es war unſerm Heinrich nicht in den Sinn gekommen, die eingeſammelten Seemuſcheln, wie Nummer 1002, zu künſtlichen Sächelchen zu verwenden. Vielmehr hatte er die⸗ ſelben aus bloßer Langeweile zuſammengeſucht und ſie ſei⸗ nem Gefährten zum Geſchenk machen wollen. Deſſen Un⸗ freundlichkeit aber bewog ihn jetzt, die Muſcheln wieder von ſich zu werfen, was Nummer 1002 mit einem wüthenden Blicke vergalt.

Die hereinbrechende Dunkelheit trieb die Muſchelſamm⸗ ler in ihren Wohnſaal zurück, wo ſie das betäubende Ketten⸗ geraſſel ihrer ſchon verſammelten Mitgefangenen und derſelbe wilde Lärm, wie geſtern, empfingen. Die Sträflinge arbei⸗ teten für ſich, ruheten, ſchwatzten, fluchten, läſterten, lachten, ſangen, verzehrten ihr Abendbrot, wurden an die Eiſenſtange und zuſammengefeſſelt, durch den Knall der Peitſche zum Schweigen gebracht, legten ſich in ihre harten Särge nieder