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Der Galeerensclave : eine geschichtliche Erzählung aus dem Anfange des 19. Jahrhunderts : für die Jugend / von Gustav Nieritz
Entstehung
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Du für meine Heilung? Warum ließeſt Du mich nicht mit meinen Kameraden in Weſel ſterben?

Es ſtieg in dem alſo Klagenden jetzt der Gedanke auf, den Tod als das Ende aller ſeiner Leiden in ähnlicher Weiſe zu ſuchen, wie der von den losgeſprengten Felſenſtücken Er⸗ ſchlagene und das in den Abgrund geſtürzte Verbrecherpaar Allein zu Heinrich's Glück beſaß dieſer an ſeinem Gefährten ein Hinderniß, das er mit ſeinen ungleich ſchwächeren Kräf⸗ ten nicht zu gewältigen vermochte, und da Nummer 1002 noch volle Luſt am Leben in ſich fühlte, obwohl auch ſie die grüne Mütze trug, ſo ſah Heinrich ſein Vorhaben oder viel⸗ mehr deſſen Ausführung in weite Ferne hinausgeſchoben. Nach bendigtem Tagewerke bat Nummer 1002 ſeinen Auf⸗ ſeher um Erlaubniß, an den uferſtrand gehen und daſelbſt die von der Fluth zurückgelaſſenen kleinen Seemuſcheln ein⸗ zuſummeln, derer ſie zu ihren künſtlichen Arbeiten bedurfte. Es gab noch mehrere unter den Sträflingen, welche dieſelbe Bitte ausſprachen und zugeſtanden bekamen. Wie ein Hund, den ſein Herr an der Leine nach ſich zieht, mußte Heinrich von Wedell ſeinem voranſchreitenden Kameraden nachfolgen. Trotz der herrſchenden Winterluft verbreitete das in Tümpeln und Vertiefungen zurückgebliebene Meerwaſſer einen fauligen, widerwärtigen Geruch, welcher Heinrich's noch nicht ver⸗ wöhnten Geruchsnerven ſehr unangenehm fiel. Unbekümmert um ſeinen Kameraden patſchte Nummer 1002 in dem naſſen Sande und dem ſeichten Meerwaſſer umher, weder die Kälte, noch die Näſſe an ſeinen abgehärteten Füßen fühlend, wäh⸗ rend ſeinem Kameraden die Zähne vor Froſt klapperten. Dieſer bückte ſich jetzt ebenfalls, um durch Einſammeln