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Steinmeiſels niederſchmettern zu laſſen. Neben ihm that ſeine andere Hälfte ein Gleiches, aber mit raſcheren, kräftigeren Bewegungen. Die Luft wiederhallte von dem unaufhörlichen Gehämmere, das in ſeiner tauſendfachen Wiederholung dem eintönigen Geklapper einer oder vieler Mühlen ähnelte und dem ungewohnten Ohre eine Qual bereitete. Oft mußte Heinrich den Arm mit dem Hammer vor Schwäche nieder⸗ ſinken und kurze Zeit ruhen laſſen. Dann richtete er das trübe Auge dem Meere zu, welches vor ſeinen Blicken weit ſich ausbreitete und in langen Wellenlinien dem Ufer zueilte, wo es ſich rauſchend und donnernd in wilder Brandung brach und vor ohnmächtiger Wuth ſchäumend ſeinen Rückweg an⸗ trat. In dem Hafen ſchaukelten ſich die Rieſenkörper vieler Seeſchiffe, deren Bemannung unter lauten, fröhlichen Ge⸗ ſängen ihren Arbeiten oblag, gleich Katzen die Takelage auf⸗ und abkletterte, behende auf den Segelſtangen hin⸗ und her⸗ kroch, die Segel bald einreffte, bald losband, Waaren aus⸗ oder einſchiffte und die Anker aus der Meerestiefe emporwand. Kleinere Küſtenfahrzeuge mit geblähten Segeln belebten in weiterer Ferne die blauen Fluthen und dazwiſchen ſchwebte ſchreiend die Möve mit ihrem weiß und ſchwarzen Gefieder über der im Sonnenglanze blitzenden Waſſerwüſte. Der Januarmorgen war friſchkalt, doch ſchön. In dem blauen Aether ſchwammen kleine, weiße Wölkchen, die eine friſche Briſe ſchnell vor ſich hintrieb.
„Eilende Wolken, Segler der Lüfte! Wer mit euch wan⸗ derte, mit euch ſchiffte!“ ſeufzte Heinrich mit den Worten, welche Schiller der gefangenen Königin Maria Stuart in den Mund legt.


