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guten Morgen zu wünſchen, mit ihnen von dem geſtrigen Hofballe zu ſprechen und die langen Reihen glänzender Krie⸗ ger an ſich vorüber marſchiren zu ſehen.
Von dieſem Bilde, lieber Leſer, blicke nun hin auf den armen Galeerenſclaven und denke dich ganz hinein in ſeine entſetzliche Lage, um vom tiefſten Mitleid gegen ihn erfüllt zu werden.
Vermuthlich bemerkten die Aufſeher der Sträflinge Hein⸗ richs große Schwäche, von der wohl jeder neue Ankömmling im Bagno befallen wird, bevor ſein Körper ſich an die harte Lebensweiſe gewöhnt. Aus dieſem Grunde übertrug man dem Leutnant von Wedell heute eine minder ſchwere Arbeit als das Schleppen und Tragen gewichtiger Balken und Steine. Bekanntlich ließ der Kaiſer Napoleon zu jener Zeit ein großes Becken von 1000 Fuß Länge, 770 Fuß Breite und 50 Fuß Tiefe in den Felſen zu Cherbourg ſprengen, damit in demſelben ein halbes Hundert Linienſchiffe geſichert vor Anker liegen könnte. Dieſe mühſame, Jahre hindurch währende Arbeit war zunächſt den Galeerenſclaven überwie⸗ ſen und zu ihr führte man auch unſern deutſchen Landsmann. Derſelbe bekam ein langes, unten ſpitzes Werkzeug von ge⸗ härtetem Stahl und einen ſchweren Hammer zugetheilt, um Sprenglöcher in das feſte Geſtein zu treiben. Das Geſtade war in einem weiten Umkreiſe mit vielen Hunderten von Rothjacken bedeckt, welche mit unſerm Heinrich dieſelbe ein⸗ förmige und langweilige Beſchäftigung theilten. Die Beine lang ausgeſtreckt, ſaß Heinrich auf dem kalten, harten Felſen und ſchwang mit mehr und mehr ermüdendem Arm den ſchwe⸗ ren Eiſenhammer, um ihn gewichtig auf den Kopf ſeines


