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Der Galeerensclave : eine geschichtliche Erzählung aus dem Anfange des 19. Jahrhunderts : für die Jugend / von Gustav Nieritz
Entstehung
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wie in einem Sarge ruhte, der ihm kaum Raum zum Um⸗ wenden geſtattete. Des Ringes und der Kette, welche Hein⸗ rich's Glieder ſchmerzvoll drückten, noch ungewohnt, floh dieſem der erſehnte Schlaf, daher ihm Muße genug blieb, ſeine ſchreckensvolle Lage zu bedenken.

Gleichwie der abgerichtete Hund auf das Peitſchenknallen ſeines Herrn furcht⸗ und gehorſam zu Kreuze und zur Ruhe kriecht, ebenſo verſtummte plötzlich der laute, wüſte Lärm im weiten Saale auf das Peitſchenknallen der Aufſeher. Die tiefſte Stille, nur hier und da durch das Klirren einer Kette unterbrochen, lagerte ſich über die Stätte der unglücklichen Sträflinge, von denen die Mehrzahl in kurzer Zeit ein fürch⸗ terliches Schnarchen zu hören gab.

Das Licht der Laternen, welche oben an jedem der ſieben Fuß hoch von dem Gefängnißboden angebrachten, ſtark ver⸗ gitterten Fenſter hingen, erhellte den Saal, in welchem die wachthabenden Aufſeher, mit der Peitſche und ſcharf gela⸗ denen Piſtolen bewaffnet, geräuſchlos auf⸗ und abſchritten, um jede Bewegung und jedes, noch ſo leiſe geſprochene Wort zu beobachten und nach Befinden zu züchtigen.

Heinrich von Wedell bildete ſich ein, jetzt ein zweiter hei⸗ liger Laurentius zu ſein, der bekanntlich auf einem glühenden Eiſenroſte gebraten worden iſt. Das ruhelos offene Auge ſtarr gegen die Saaldecke gerichtet, erzitterte Heinrich unter der Qual eiſiger Kälte, die trotz der Menſchenmenge und des üblen Geruchs in dem hohen, weiten Saale herrſchte.

Gott, mein Gott, haſt Du mich denn ganz verlaſſen? ſeufzte der Jüngling jammernd, dem allerdings jetzt keine andere Zuflucht übrig blieb als der von dem Kriegerſtande

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Der Galeerenſclave. 1