Was Heinrich wunderte, war die Beobachtung, daß den Sträflingen das Tabakrauchen und Tabakkauen geſtattet wurde. Dieſer Genuß war aber auch die größte Triebfeder bei den Nebenarbeiten der Sträflinge, welche das daraus erlangte Geld größtentheils zum Ankauf von Tabak und Obſt verwendeten. Die von den Galeerenſträflingen gefer⸗ tigten Kunſtſachen wurden in der Stadt in einem beſonders dazu ermietheten Kaufladen und zwar von einigen bevorzug⸗ teren Sträflingen ſelbſt, verſteht ſich im Beiſein eines Beamten der Anſtalt, verhandelt. Die Hälfte des Kaufgelds nahm die Regierung an ſich, ein Viertheil wurde für die Sträflinge aufgehoben und ein Viertheil ihnen zur beliebigen Benutzung eingehändigt. Jedoch durfte dieſer Betrag die Summe von höchſtens 10 Franes auf den Monat nicht überſteigen.
Nachdem Heinrich einmal aus ſeinem Hinbrüten geriſſen worden war, vernahm er immer mehr Staunenwerthes.
Als ich noch“— hörte er einen Sträfling in ſeiner Nachbarſchaft erzählen—„ein angeſehener Bankier war und mit Vieren fuhr, hatte ich einen Kutſcher, der mir, lange genug, den Hafer ſtahl, bis ich endlich ſeiner Spitbuberei auf die Spur kam und den Kerl in's Zuchthaus brachte. ch rke war gerade wieder freigegeben worden, als ich nWeg nach dem Bagno antrat, und er hatte die Un⸗
theit, mir ſchadenfroh in's Geſicht zu lachen. Ich gedachte vor Wuth zu platzen und hätte gern dem Spitzbuben das Genick gebrochen.“ „Mir erging's nicht beſſer“— verſetzte ein Dritter. „Jch war Gerichtspräſident und hatte einen argen Schwind⸗


