Flächen befanden ſich in ſchmalen Abtheilungen die Lager⸗ ſtätten der Sträflinge, aus hölzernen Pritſchen beſtehend, welche zur Decke nur eine einfache, grobe Wolldecke beſaßen. Theils auf den Pritſchen, theils auf dem Steingange vor den beiden Pritſchenreihen ließen ſich die Sträflinge nieder, um entweder der Ruhe zu pflegen oder den Ueberreſt des Tages mit dem Verfertigen von allerlei Kunſtgegenſtänden zu vollbringen.
Das Letztere that auch Heinrichs Kamerad, Nr. 1002, ein Mann von einigen und vierzig Jahren, mit einem ſonnen⸗ verbrannten Geſicht und einer breiten, rothen Schmarre über demſelben. Er holte unter ſeiner Matratze eine hölzerne Schachtel mit kleinen Seemuſcheln verſchiedener Art hervor und begann mit denſelben kleine Schmuckkäſtchen, Nadel⸗ und Nähkiſſen und audere nette Papparbeiten zu verzieren, wozu er ſich der einfachſten Werkzeuge und Hilfsmittel bediente. Ein anderer Sträfling flocht aus buntgefärbten Strohhalmen die niedlichſten Sächelchen; ein Dritter ſchnitzelte aus Elfen⸗ bein und Knochen wahre Kunſtwerke; ein Vierter grub in dunkelbraune Cocosnußſchaalen die Geſtalten von Menſchen und Thieren, ſo wie die ſchönſten Muſter und Arabesken ein. unſtfertigkeiten hatten die Sträflinge ohne irgend eiſung und bloß durch die Noth erlernt, die ja die er faſt aller Erſindungen iſt.
nrich ſah und beachtete dieſen Fleiß ſeiner Nachbarn nicht. Er ſaß, das Haupt auf die Bruſt gebeugt und die Hände über die Kniee gefaltet, in ſich verſunken da. Da weckte ihn endlich ein Ton aus ſeinem Hinbrüten. Was war's, das ſein Ohr ſo fremdartig und überraſchend berührte? Ha,


