76 und Steinblöcken, im Bemaſten der Seeſchiffe, im Tauedre⸗ hen, Steineſprengen und ähnlichen Verrichtungen. Heinrich machte wie ein Träumender oder Betrunkener mechaniſch mit, was er von ſeinen Gefährten thun ſah. Er fühlte und achtete es nicht, daß ſeine Hände unter der ungewohnten Arbeit blu⸗ teten, eben ſo wenig vernahm er, was der Aufſeher oder ſein Kamerad zu ihm ſprach, daher der Letztere ihm wiederholte Stöße und Püffe verabreichte.
„Laß' ihm Zeit, 1002,“— ſprach der Aufſeher zu jenem „aufzuthauen. Faſt Jeder von Euch hat erſt die Seekrank⸗
heit zu überſtehen, bevor er ſich eingewöhnt.“
Heinrich fühlte ſich bis zum Sterben angegriffen, als endlich ein durchdringender Pfiff das Ende der Arbeit ver⸗ kündete und die Galeerenſträflinge abrief. Von ihren Auf⸗ ſehern begleitet, von welchen einer auf zehn Sträflinge kam, wanderten dieſe ihren Wohnhäuſern zu, welche damals theils aus langen Gebäuden auf dem feſten Lande, theils aus ehe⸗ maligen, zu Gefängniſſen eingerichteten, im Hafen ankernden Kriegsſchiffen beſtanden. Heinrich und ſeine zweite Hälfte waren unter den Letzten, welche ein großes, aber niedriges
und von dicken Mauern zuſammengeſetztes Gebäude betraten.
Ein betäubendes Kettengeraſſel empfing die Eintretenden, in welches ſich das Summen und der wilde Lärm u iger Menſchenſtimmen miſchten. Heinrich gelangte in ein geſtreckten, breiten und ziemlich hohen Saal, in deſſen ein breiter, erhöhter und von Steinen gemauerter Gang hin⸗ lief. Zu beiden Seiten bildeten die Steinquadern ſchräg ab⸗ gleitende Flächen, an deren oberem Rande eine dicke Eiſen⸗ ſtange durch den ganzen Saal befeſtigt war. Auf den ſchrägen


