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Der Galeerensclave : eine geschichtliche Erzählung aus dem Anfange des 19. Jahrhunderts : für die Jugend / von Gustav Nieritz
Entstehung
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prandmarken laſſen? Unmöglich! Er beſchloß, gegen dieſe empörende Schande mit allen ſeinen Kräften ſich zu wehren und hoffte in dem Kampfe ſeinen Tod und mit ihm das Ende aller ſeiner Leiden zu finden. Allein dieſer verzweifelte Vorſatz kam nicht zur Ausführung, indem Heinrich mit dem Brand⸗ marken verſchont wurde und ohne Weiteres ſeine neue Straf⸗

kleidung zugetheilt bekam, während man ſeine bishergetragene

dem Feuer überlieferte. Sein Hemde war von der gröbſten Leinwand gefertigt, die ihm die Haut faſt wund rieb; ſeine weiten Beinkleider beſtanden aus grauem, derbem Drill und ſeine Jacke aus rothem, grobfadigen Tuch, ſo auch die grüne, einem Kaffee⸗Filtrirſacke ähnliche Mütze. Damit aber war die Einkleidung oder, wie die alten Galeerenſträflinge ſcherz⸗ haft ſich ausdrückten, die Toilette noch nicht beendigt. Zum zweitenmale nahmen die ſchwarzruſigen Cyklopen die An⸗ kömmlinge in Empfang und unter ihre derben Fäuſte, um jedem von ihnen einen dicken Eiſenring um den Fuß zu legen und ihn mittelſt einer ſtarken, etwa dreielligen Kette an einen bereits älteren Galeerenſträfling feſtzuſchmieden. Nachdem die Paare auf dieſe Weiſe mit einandergetraut worden waren, befeſtigte man an der Mütze eines jeden neuen Sträf⸗ lechſchild mit einer Nummer. Deſſen Name ver⸗ hiermit für das ganze Leben oder für die Dauer rafzeit und er war fortan nichts weiter als eine Nummer, mit der man ihn bezeichnete und rufte.

Nun übergab man die Neueingekleideten ihren Aufſehern, welche ſie zur Arbeit führten. Dieſe war von der härteſten und anſtrengendſten Art und veſtand in dem Tragen oder Fortſchleifen ſchwerer Laſten, im Zerſügen von Baumſtämmen

lings ein