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Brennen der ganzen Haut wich, wurde Heinrich durch lautes, heftiges Wehgeſchrei in ſeiner Nähe auf eine neue Qual auf⸗ merkſam gemacht, bei deren Anblick ihm das Blut in den Adern zu erſtarren drohte und ein heftigeres Zittern als kurz
vorher ſeinen Körper zu rütteln begann. Er ſah ein eiſernes
Becken mit glühenden Holzkohlen am Boden und um daſſelbe eine Anzahl ſeiner Mitgefangenen ſtehen, denen man das Hemde von der einen Achſel entfernt hatte. Eine Rothjacke nahm ein rothglühendes Eiſen mit einem langen Stiele aus dem Kohlenfeuer und drückte es den neu eingekleideten Sträf⸗ lingen auf die nackte Haut, ſo daß das Eiſen laut aufziſchte und der widrige Geruch verſengten Fleiſches die Luft erfüllte.
„Es kitzelt, nicht wahr?“ höhnte der Galeerenſträfling ſeinen gebrandmarkten Kameraden, als derſelbe unter dem glühenden Eiſen einen Schmerzensſchrei ausſtieß.„Nur ein wenig Geduld, mein Freund, und Du wirſt eine kühlende Salbe aufgelegt erhalten.“
Dieſelbe beſtand in fein geklärtem Schießpulver, welches ein anderer Sträfling in die gebrannte Wunde einrieb, wo⸗ rauf ein unvertilgbares, aus den zwei Buchſtaben T. F. (travaux foreés) beſtehendes Brandmal zum Vorſchein kam.
Vor Heinrich's Augen ward es dunkel und finſtere Nacht umzog ſein Gemüth.„Gott, mein Gott,“ murmelte er in ſich hinein—„laß mich ſterben! Erſpare mir dieſen Leidens⸗ kelch, der tauſendmal bittrer iſt als der Tod. O, warum hauchte ich mein elendes Leben nicht auf dem Schlachtfelde, dem Bette der Ehre, aus?“
Er, ein tapfrer Krieger, ein Officier und ein Edelmann,
ſollte ſich gleich dem verworfenſten Mörder oder Räuber


