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Der Galeerensclave : eine geschichtliche Erzählung aus dem Anfange des 19. Jahrhunderts : für die Jugend / von Gustav Nieritz
Entstehung
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68 Schillſchen Officieren zugleich erſchießen zu laſſen. Derſelbe Umſtand hatte auch den Leutnant Bedeau bewogen, ſeinen guten Vorſatz unausgeführt und ſeinen Mantel dem froſt⸗ bebenden Wedell nicht zukommen zu laſſen.

O weh! ſprach Bedeau zu ſeinem jungen Diener der harte Riquet iſt Hauptmann von der Kette geworden! Erkennt er in dem unglücklichen Wedell meinen Schützling wieder, um deſſen Willen er von mir die Kugel in die Achſel bekam, ſo dürfte er ſeine ganze Wuthauf den Aermſten über⸗ tragen. Seien wir daher vorſichtig!

Mittlerweile unterzog ſich der Sergeant Macon dem Befehle ſeines Hauptmanns. Als er das Teppichſtück aus⸗ einander wickelte, fand ſich in demſelben noch ein Paar ge⸗ brauchter, wollener Strümpfe vor, die wie der Teppich genau durchforſcht wurden, ob eine Feile oder ein anderes Befrei⸗ ungswerkzeug darin verborgen ſei. Nach beendigter Durch⸗ ſuchung warf der Sergeant das Bündel dem Gefangenen wieder zu, der ſich nun in den Teppich hüllte und in ſeinem Innern jenes Mädchen mit ſtillen Segenswünſchen über⸗ ſchüttete. Die Gefangenen, welche ſämmtlich an eine lange, ſtarke Kette gefeſſelt waren, ſo daß ſie ein geſchloſſenes Gan⸗ zes bildeten, in dem der Einzelwille nichts galt, verließen nun die Stadt. Da näherte ſich ihnen abermals jenes kleine Mädchen mit einem freudeſtrahlenden Geſicht und händigte dem Leutnant von Wedell ein noch anſehnlicheres, aus einem großen, dichtgewebten Wollteppich beſtehendes Bündel nebſt einem Goldſtück ein, das der Betroffene alsbald für einen doppelten Napoleonsd'or erkannte. Beides kam von Bedeau, welcher jenes Mädchen, um nicht erkannt zu werden, zu ſeiner