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Der Galeerensclave : eine geschichtliche Erzählung aus dem Anfange des 19. Jahrhunderts : für die Jugend / von Gustav Nieritz
Entstehung
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den von ihr Beſchenkten mit thränendem, bedauerndem Auge anblickte.

Dieſer Zug chriſtlicher Nächſtenliebe zerſchmolz die Eis⸗ kruſte, welche auch um Wedells Herz gefroren war. Daſſelbe begann wieder raſcher und freudiger zu ſchlagen und mit tiefer Innigkeit ſprachen die froſtbebenden Lippen die Dan⸗ kesworte:Gott lohne dir's tauſendfältig, mein liebes Kind!

Wit ſelig verklärter Miene ſchlüpfte die Kleine davon und

Wedell ſah ihr mit gerührten Blicken nach. Dieſe fielen jetzt auf einen franzöſiſchen Officier in der Ferne, welcher eben ſeinen weiten Mantel haſtig von ſich ſtreifte und ihn einem danebenſtehenden Knaben einhändigte. Doch in dem Augen⸗ blick, wo der Knabe, in welchem Wedell den kleinen Diener Bedeau's erkannte, auf die Gefangenen zueilen wollte, ſah

er ſich von ſeinem Herrn wieder zurückgezogen und feſtge⸗ halten. Dabei hatte Bedeau's Antlitz einen erſchrockenen

Ausdruck angenommen und er bemühte ſich, ſeine Geſtalt hinter den Zuſchauern zu verbergen.

Wedell wußte ſich dieſen Auftritt nicht ſogleich zu erklä⸗ ren, allein ſchon die nächſte Secunde gab ihm hierüber Auf⸗ ſchluß. Der neu herzugekommene Oberbefehlshaber der Wachtmannſchaft, ein franzöſiſcher Hauptmann, näherte ſich mit ſchnellen Schritten und rief mit barſcher Stimme einem der Wächter an:Sergeant Magon, unterſuchen Sie genau

das Bündel, das der rothnäſige Sträfling auf ſeinem Arme

trägt. Augenblicklich erkannte Wedell in dem Sprecher jenen Hauptmann wieder, welcher den Leutnant Bedeau hatte

zwingen wollen, ſeinen Gefangenen Wedell mit den übrigen 5*