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ſchoſſen werden, und dieſer Gedanke peitſchte ſeine Füße zum unermüdlichen Rennen an, ſo daß er keuchend und ſchweiß⸗ gebadet in dem Städtchen anlangte. Nachdem er ſeine Auf⸗ träge dem Unterofficier mitgetheilt hatte, händigte er mit deſſen Bewilligung und in deſſen Gegenwart dem Leutnant Heinrich das Schreiben Bedeau's ein. Obſchon dieſer das Schlimmſte für ſeine gefangenen Kameraden gefürchtet hatte, ſo fühlte er ſich doch durch die ſchnelle Vollziehung des ge⸗ fällten Todesurtheils auf das Tiefſte ergriffen. Wilhelm mußte ihm bis auf die kleinſte Einzelnheit und zu wieder⸗ holten Malen die ſtattgefundene Hinrichtung beſchreiben, wo⸗ bei Schmerz, Trauer, Bewunderung und Zorn in Heinrich's Innern abwechſelten.
„O daß ich mit Euch hätte den Heldentod ſterben kön⸗ nen!“ rief Heinrich ſchmerzlich aus.„Warum muß ich allein übrig bleiben und den Leidenskelch noch länger trinken? Ha, Bedeau! Bedeau! iſt das Deine mir zugeſicherte Freund⸗ ſchaft?“
Der Unterofficier, welcher kein Deutſch verſtand, winkte hier dem Knaben, mit ihm das Behältniß der Gefangenen zu verlaſſen, unter welchen Heinrich von Wedell der einzige Officier war.
Am andern Tage kam Bedeau nachgefahren und erwähnte gegen Niemand ein Wort von ſeinem Zweikampfe mit dem Hauptmann. Den ſtillverbiſſenen Unmuth und die auffällige Unfreundlichkeit Wedells gegen ihn ertrug er mit ruhigem Gleichmuthe und ſorgte wie bisher für die pünktliche Ver⸗ pflegung der ihm überwieſenen Kriegsgefangenen. So ver⸗ ſtrichen etliche Tage, ohne daß Anſtalten zur Weiterreiſe
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