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Der Galeerensclave : eine geschichtliche Erzählung aus dem Anfange des 19. Jahrhunderts : für die Jugend / von Gustav Nieritz
Entstehung
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ſpricht, daß die Franzoſen ohne Unterſchied ihre Mucken hätten und ſolche ſo wenig laſſen könnten als die Katze das Naſchen und Kratzen.

Am nächſten Tage, wo der Wagenzug Bedeau's noch immer in dem Städchen raſtete, ſchrieb dieſer mehrere lange Briefe und bewies ſich ſehr einſilbig gegen ſeine Umgebung. Und den Tag darauf übergab er ſeinem älteſten Unterofficier den Befehl über ſeine Mannſchaft und über die Gefangenen. Hierauf machte er ſich reiſefertig und ſprach zu ſeinem kleinen Diener Wilhelm:Komm und folge mir. Beide begaben ſich auf den Weg nach der, nur zwei Stunden entfernten Stadt Weſel, am Rhein gelegen. Es war ein heller, ſchöner Sommermorgen. Die junge Sonne blitzte und funkelte und ſtrahlte in Milliarden Thautropfen wieder, welche an Glanz und Feuer die theuerſten Edelſteine hinter ſich ließen. Die in die blauen Lüfte emporſteigenden Lerchen verkündeten jubilirend ihres Schöpfers Lob und laut brüllend ſtimmte das luſtig auf der grünen Weide umherſpringende Rind mit ein. Unter der blinkenden Senſe und Sichel ſanken die gol⸗ denen Halme darnieder und die flinken Hände munterer Land⸗ mädchen betteten ſie in lange Reihen auf die Breite.

Bedeau aber beachtete nichts von dem Allen. Er ſchritt ſtumm und gedankenvoll dahin. Jetzt flimmerte ein flüſ⸗ ſiger Silberſtrom der alte Vater Rhein, der damals weder freie noch deutſche, zwiſchen zwei anmuthigen Berg⸗ ketten hervor. Immer weiter wurde das herrliche Rheinthal mit ſeinen Rebenbergen, ſeinen Städten, Dörfern und Land⸗ häuſern. Abwärts glitten große und kleine Schiffe, deren Bemannung müßig am Bord ſaß. Aufwärts rauſchten andere