Druckschrift 
Der Galeerensclave : eine geschichtliche Erzählung aus dem Anfange des 19. Jahrhunderts : für die Jugend / von Gustav Nieritz
Entstehung
Einzelbild herunterladen

welcher die Aufmerkſamkeit der Mannſchaften von den Ge⸗ fangenen ab und auf ſie zog. Dieſer Umſtand machte es möglich, daß Leutnant Wedell mehrere Fragen an ſeine ge⸗ fangenen Kameraden richten und von ihnen eine Antwort erhalten konnte.

Auch ihr gefangen? rief Heinrich von Wedell ſchmerz⸗ voll ausund insgeſammt! Was iſt aus unſerm Schill und unſrer Sache geworden?

Alles verloren! erwiederte der eine Gefangene dumpf. Wir hatten uns bis nach Strahlſund durchgeſchlagen und gedachten, uns nach England überzuſchiffen. Da wur⸗ den wir von einer ſtarken Uebermacht angegriffen und nach hartem Kampfe bewältigt. Schill blieb auf der Wahlſtatt und wir wurden, unglücklicher als er, gefangen genommen. O, und Deutſche waren es, die gegen uns ſtritten und uns den Franzoſen überlieferten. Dieſe haben uns nach Frank⸗ reich abgeführt, jetzt aber wieder nach Deutſchland zurückge⸗ ſchleppt, wo ein Kriegsgericht über uns gehalten werden ſoll. Wie daſſelbe ausfallen wird, kannſt Du Dir denken. Wir aber haben dieſes Leben voll ſchmählicher Knechtſchaft ſatt und ſehnen uns dahin, wo wir unſern Schill und die Frei⸗ heit wiederfinden.

Ich theile Euer Loos! rief Wedell feurig aus.O glücklicher Zufall, der mich heute mit Euch wieder vereinigt!

Des jungen Leutnants Freude ſollte aber nicht lange dauern. Bedeau und der Befehlshaber des andern Wagen⸗ zugs, ein franzöſiſcher Hauptmann, waren abſeits getreten, um ihre Untergebenen nicht zu Zeugen ihres Streits werden zu laſſen. Nach einer Weile kehrten ſie zurück, Bedeau bleich