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Der Galeerensclave : eine geschichtliche Erzählung aus dem Anfange des 19. Jahrhunderts : für die Jugend / von Gustav Nieritz
Entstehung
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Heute begleiteten Frau Ihlig und Dortchen den Wagen⸗ zug bis vor das Thor der Feſtung hinaus, wo ſie den Schei⸗ denden die letzten Grüße zuriefen und ihnen lange noch nach⸗ winkten.

Wilhelm ſaß neben dem Führer des Fuhrwerks, das außer dieſen beiden Perſonen noch vier Gefangene enthielt. Denſelben die Möglichkeit eines Fluchtverſuchs zu benehmen,

hatte man ſie gefeſſelt, auch dafür Sorge getragen, daß jeder Wagen von Kriegern mit ſcharfgeladenen Flinten begleitet wurde, welche jeden Ausreißer niederzuſchießen ſtrengen Be⸗ fehl erhalten hatten. Auch Bedeau's Schützling hatte ſich gleichem Schickſal unterwerfen müſſen und Bedeau ſolches nicht von ihm abwenden können. Der junge preußiſche Leut⸗ nant ſah noch ſehr bleich, abgemagert und kraftlos aus, was bei ſeiner erlittenen ſchweren Verwundung gar kein Wunder war. Seine Geſichtszüge verriethen eine große Niederge⸗ ſchlagenheit und ſo oft ſein trübes, hohles Auge auf ſeine und ſeiner Gefährten Feſſeln fiel, überlief ihn ein kalter Schauer. Allerdings fuhr er keiner freudenvollen Zukunft entgegen. Wo nicht der Tod, ſo doch wenigſtens lebenslängliche, ſtrenge Haft erwartete ſeiner. Welch' ein Unterſchied zwiſchen ihm und Wilhelm, deſſen Herz die Hoffnung ſchwellte, ſeine ge⸗ liebten Aeltern aufzufinden und aus der Gefangenſchaft zu erlöſen! Jetzt erkannte der Knabe den Werth der Freiheit, die er früher gar nicht zu ſchätzen gewußt hatte. Ein Officier war bisher in Wilhelms Augen ein gar vornehmer und viel⸗ gebietender Herr geweſen, vor welchem ſein Vater immer einen großen Reſpect gehabt hatte. Hier nun hatte er einen Officier hinter ſich, der einem hülfloſen Kinde güch und be⸗

Der Galeerenſclave.