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Der Galeerensclave : eine geschichtliche Erzählung aus dem Anfange des 19. Jahrhunderts : für die Jugend / von Gustav Nieritz
Entstehung
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48 S ² baute ſo feſt auf die Erfüllung ihres Traums und größten Wunſches, daß ſie darüber gänzlich vergaß, aufwelche Weiſe ihr Enkel, nachdem er ſeinen Dienſtherrn in Frankreich ge⸗ laſſen hätte, in die Heimath zurückgelangen könne.

Dortchen war untröſtlich, daß ihr Bruder ſie verlaſſen ſollte. Sie weinte faſt unaufhörlich und flehete bald ihren Bruder, bald ihre Großmutter an, das beabſichtigte Fort⸗ reiſen aufzugeben. Aber ihre Bitten blieben unbeachtet.

Frau Ihlig hatte alle Hünde vollauf zu thun, um ihren Enkel für die weite und lange andauernde Reiſe gehörig auszuſtat⸗ ten. Sie wuſch, mangelte und flickte Wilhelm's Wäſche, ſtopfte deſſen Strümpfe und ſchloß eine hier und da aufklaf⸗ fende Naht in ſeinen Kleidungsſtücken. Bei dieſer Arbeit verfehlte ſie nicht, zugleich ihrem Enkel alle möglichen Ver⸗ haltungsregeln und guten Ermahnungen zu ertheilen.

Werde mir nur ja nicht lüderlich nnel alte Frau mehrmals und kein luftiger, leichtſinniger Fran⸗ zos. Bleibe, was du biſt: ein ehrlicher Preuße, und habe, nächſt unſerm Herrgott, deinen Vater und deine Mutter vor Augen, welche aufzuſuchen dein Hauptziel iſt.

Als die Stunde der Trennung kam, wiederholte ſich der⸗ ſelbe Auftritt wie damals, als die Aeltern der beiden Kinder in den Krieg zogen. Ja Dorothee trieb es wohl noch ſchmerz⸗ licher um den Bruder als zu jener Zeit um Vater und Mut⸗ ter, denn ſie war ja ſeitdem älter und verſtändiger geworden.

Wilhelm erhielt ſeinen Platz auf einem der Wagen zuge⸗ theilt, welche die gefangenen Preußen fortzubringen beſtimmt waren, und zwar auf demjenigen, wo ſich Bedeau's Schütz⸗ ling, der Leutnant Heinrich, befand.