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„Ich will's beſchlafen“— entſchied ſich Frau Ihlig— „und morgen früh meine Meinung ſagen.“
Dabei blieb es.
Die Großmutter und ihre beiden Enkel verlebten eine ſorgenvolle Nacht.
Als Frau Ihlig am Morgen aufſtand, war ſie wie ver⸗ wandelt. Ihr Auge glänzte und die gewöhnlichen Falten auf ihrer Stirne waren geglättet. Mit friſcher, ſichrer Stimme hob ſie an:
„Wilhelm, reiſe du in Gottes Namen mit deinem Herrn. Ich habe nichts mehr dagegen und Dorte darf dich auch nicht zurückhalten. Genau denſelben Traum wie vor drei Jahren habe ich in dieſer Nacht wieder gehabt. Meine Guſte erſchien mir abermals und ſagte: Ich bin mit meinem Manne in Frankreich gefangen gehalten und Wilhelm ſoll kommen und uns frei machen. Dann wollen wir wieder Alle b en leben und recht glücklich ſein. Seht ihr, Kinder!
das iſt ein Fingerzeig von unſerm Herrgott, bei dem kein
Ding unmöglich iſt. Ungeſucht bietet ſich für Wilhelm die Gelegenheit dar, nach Frankreich zu gelangen und dort ge⸗ naue Erkundigungen über die zurückgehaltenen preußiſchen Kriegsgefangenen einzuziehen. Und durch Mosje Bedeau's Beiſtand gelingt es ihm, ſeine Aeltern zu befreien. Trifft nicht Alles wunderbar? Darum geh' und reiſe mit Gott, mein Sohn!“
Aus dieſer Rede erſah man, welche Vorſtellung ſich Frau Ihlig von dem Kaiſerthum Frankreich machte, in deſſem wei⸗ tem Bereiche ein noch nicht zehnjähriger Knabe den Aufent⸗ halt ſeiner Aeltern auskundſchaften ſollte. Aber Frau Ihlig


