Einwilligung dazu geben wollt. Dann will er ſelbſt mit Euch ſprechen und Alles näher auseinanderſetzen.
„Fort von uns willſt Du?“ fragte Dortchen, in lautes
Weinen ausbrechend.„Und nach Frankreich? So weit?
Das überlebe ich nicht.“
Auch die alte Frau war tief erſchüttert worden, durch dieſe Nachricht. Sie blickte ihren Enkel, der nebſt ſeiner Schweſter ihre einzige Freude, ihr Stolz und ihre Hoffnung war, ſtarr in's Geſicht und ſagte dann gepreßt:„Könnteſt du uns verlaſſen? Gern von hier fortziehen und in des Feindes Land?“
„Nein, o nein!“ rief Wilhelm mit thränenden Augen aus.—„Ich bin zwar Monſieur Bedeau ſehr gut und auch dem Herrn Leutnant Heinrich, aber Euch, Großmutter, und Dortchen liebe ich doch über alle Leute in der ganzen Welt. Ich mußte Euch ausrichten, was mir Monſieur Bedeau aufgetragen hat, damit Ihr mir nicht ſpäter einmal Vor⸗ würfe deshalb machen dürft. Denn, wie Monſieur Bedeau ſagt, einmal müßte ich doch von Euch fort und wenn es als Handwerksburſche wäre, der ſich in der Welt um⸗ ſehen muß.“
„Das iſt wahr“— ſprach Frau Ihlig—„doch ein Handwerksburſche iſt ſchon ein Mann, du aber biſt erſt in deinem zehnten Jahre und unerfahren. Wie leicht könnte dir ſchwachen Knaben ein Unglück begegnen!“
„Das wäre meine kleinſte Sorge“— erwiederte Wilhelm. —„Ich bin nicht auf den Mund gefallen und kann ja auch franzöſiſch ſprechen. Ueberdies will Monſieur Bedeau mein zweiter? iter ſein und er hält immer ſein Wort.“


