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Der Galeerensclave : eine geschichtliche Erzählung aus dem Anfange des 19. Jahrhunderts : für die Jugend / von Gustav Nieritz
Entstehung
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und meine Schweſter noch Bettelſuppe und Spendebrot eſſen und uns von dem gemeinen, groben Volke ſchimpfen, ſtoßen und ſchlagen laſſen.“

Auf dieſe Rede wurde der Preuße ganz nachdenklich und ſagte kein Wort dazu. Aber er ſchlug in ſich und betrachtete ſeinen Wohlthäter mit günſtigeren Augen. Ja, es dauerte nicht lange, ſo reichte der Preuße dem Franzoſen die Hand und drückte ſie ihm unter kurzen, aber innigen Dankesworten. Herr Bedeau war hierüber außerordentlich erfreut und ſchrieb, da er von Wilhelms Schutzrede nichts wußte, die Umwande⸗ lung des Preußen der Alles beſiegenden Zeit zu. Beide Feinde wurden noch die beſten Freunde, welche ſtundenlang mit einander verkehrten und ſich immer lieber gewannen.

Fünftes Kapitel. Die Trennung.

Wilhelm kam aus dem Lazareth, wohin er für den Preu⸗ ßen ein Körbchen friſcher, ſüßer Kirſchen getragen hatte, nach Hauſe. Er war verwundert, ſeine Schweſter am Waſchfaſſe ſtehen und eifrig mit ihren kleinen Händen waſchen zu ſehen. Dortchen ſtand jetzt in ihrem neunten Jahre.

„Guten Tag, Frau Waſchplauze!“ ſprach er ſcherzend. „Noch ſo fleißig?“

„Man muß wohl“— erwiederte Dortchen mit wichtiger Miene—„wennman einen großen Korb Wäſche zuwaſchen hat.“